Szenewandel: Die Neuinterpretation des Gothic Rocks

Mir ist schon längst klar, das sich die Schwarze Szene im ständigen Wandel befindet und auch das es für viele heißt Gothic Szene = Schwarze Szene. Doch kaum einer weis, das die Gothic Szene nur ein Teil der schwarzen Szene ist. Damals war sie der größte Teil der Szene, heute ist ihr diese Monopolstellung von einer bunten Ex Technobewegung… auch bekannt als Cyber Szene abgenommen worden.

Genauso schwammig wie die heutige Definition der Gothic Szene ist, verhält es sich mit der Musik. Das habe ich bemerkt, als ich mich  – unabhängig voneinander – mit ein paar Leuten, die schon ein paar Jahre in der Szene sind unterhalten habe. Je näher diese Personen den 1970er /80er desto eher war ihre Definition von Gothic Rock dem Wikipedia Eintrag nahe:

Der Gothic Rock, häufig auch nur als Goth bzw. Gothic bezeichnet, ist ein Stil der Rockmusik, der Ende der 1970er Jahre aus dem Post-Punk-Umfeld hervorging und in den 1980er und frühen 1990er Jahren innerhalb der Dark-Wave-Bewegung populär war. Aufgrund seiner zahlreichen Verwurzelungen im Punk-, Glam– und Psychedelic Rock sind die Ausdrucksformen mannigfaltig. Stilprägend für das Genre waren Bands wie BauhausJoy DivisionSiouxsie and the BansheesThe Cure und die frühen The Sisters of Mercy.

Doch die meisten definieren (sinngemäß) das Genre eher so: „Gothic Rock ist alles was düstere Rockmusik ist und überwiegend in der Gothic Szene gehört wird!“ Diese Ansicht wird meist von Seiten wie z.B. Bandliste.de unterstützt – meist wegen fehlendem Wissen – und so werden Bands wie Project Pitchfork, Evanescence, Nightwish oder Within Temtation unter dem Label Gothic Rock genannt.

15089_647509745290480_1768933363_n

echte Gothic Rock Bands

Die wirklichen Bands des Genres sind heute meist nicht mehr bekannt und wirken befremdlich für diejenigen, die die falsche Definition im Kopf haben. Das ist eine der traurigen Tatsachen und auch, das diejenigen, die den „alten Bands“ treu geblieben sind oder den wahren Gothic Rock für sich entdecken als Elite und verdammt eitle Menschen dargestellt werden, aber das ist ein anderes Thema…

Die Bands deren Logo auf dem Bild oben abgebildet sind, sind den wenigsten der Gothic Szene bekannt und das obwohl viele, wenn nicht alle maßgeblich an der Entstehung eben dieser Szene beteiligt waren. Und wenn ich nicht schon ein anderes „Großprojekt“ für diesen Blog geplant hätte, würde ich auch gern mal die ein oder andere richtige Gothic Rock Band beleuchten. Ich gehe also mal davon aus, das sich die meisten meiner Leser auch ein eigenes Bild von dem Musikgenre machen können (dank Google und YouTube). Wer jetzt aber doch gern lesen würde, was ich von der ein oder anderen Band halte, der kann mir ein Kommentar da lassen und je nachdem, wie viele es werden kann ich ja vielleicht doch etwas dazu schreiben ^^

Außerdem würde mich interessieren, was und wie ihr über das Thema denkt!

Werbeanzeigen

Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 5. Februar 2014 in Alltagsschwarz und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 13 Kommentare.

  1. Genau das Bild habe ich vorhin wieder gesehen, was für ein Zufall 🙂
    Dabei habe ich mich sogar sehr gewundert, wo denn Bands wie „The Cure“ oder „Siouxsie & The Banshees“ abgeblieben sind, sind das (zumindest für mich) neben Joy Division und Bauhaus DIE Proto-Goth-Bands. Daraufhin wurde ich belehrt, dass The Cure zwar Gothic-Alben veröffentlichten, aber eigentlich eine Wave/Postpunk-Band sind. Und da ist auch schon einiges festzustellen: Man muss zwischen Gothic als Musik- bzw. Kunst- oder auch Literaturrichtung (überall kann man „gothische“ Themen finden) und den Goths bzw. Gothics als Menschen bzw. „Weltanschauung“ unterscheiden.
    Und für all jene, die glauben, Gothic sei seit den 90ern tot: Schaut euch um, sucht in den verwinkelsten Ecken: Da findet man vieles, seien es Sachen wie Chelsea Wolfe oder O.Children, düstere Musik mit 80’s Flair gibt es einige. Wenn man jedoch die „Szene“ (die es ohnehin nicht als Einzelnes) oder deren Clubkultur als Maß aller Dinge sieht, gibt es natürlich nicht mehr viel Spannendes.
    Gothic lebt – ganz gleich, ob ein Graf nun Schlagerpublikum erreicht oder Schlagersänger nun einen auf „Vampir“ machen. Man darf nur nicht etwas betrauern, was nicht tot (zu kriegen) ist, sondern muss selbst Hand anlegen und Dinge erschaffen, die in sein „schwarzes Weltbild“ passen 🙂 Ich bin zuversichtlich. Solange man nämlich an die Sache denkt, ist sie nicht vergessen. Und das ist die beste Voraussetzung, sie nicht im Staub der Zeit zerfallen zu lassen.

  2. Sehr schöne Idee die alten Bands zu beleuchten! Die – meiner Meinung nach – größten Künstler im „Gothic-Genre“ sind eh die „Altmeister“. Dagegen können sich die meißten aktuellen Bands echt verstecken und schämen!

    Als ich noch bei einer schwarzen Onlineplattform war, hatte ich dieses Thema auch mal begonnen, war aber dann gegangen. Ich finde es immer super wenn jemand das Thema aufgreift. Ich persönlich versuche mein Schüppchen dazu beizutragen, indem ich meine Vinylsammlung Stück für Stück vorstelle, wo schöne alte Scheiben bei sind zum Teil. Als Daumen hoch für Deine Idee und Deinen Artikel!

  3. Stimmt tot bekommt man die Szene nicht und es ist zu hoffen das es eine Szene neben dieser Szene geben wird,wo es um Inhalte und nicht um tanzbare Rythmen geht, wo es nicht um schöner als du geht sondern um ein gemeinsames anders sein. Wo nicht die Szene Klischees abgelehnt werden und Schwarz eine persönliche ich will das so Einstellung ist. Wo Toleranz vorhanden ist und doch auch Grenzen hat. Wo Bands Respektiert werden und CDs gekauft und nicht nur aus dem Netz geholt werden. Ich schockiere gerne die Normalos und möchte definitiv NICHT als normal durchgehen. Und was mir persönlich ganz wichtig ist,Gothic hat NICHTS mit Neonazis zu tun! Ursprünglich war es eine unpolitische Szene und das sollte es auch wieder sein. Somit wünsche ich einen angenehmen düsteren Abend 🙂

  4. Gothic kommt ursprünglich aus dem PUNK und KANN somit auch gar nichts damit zu tun haben – und das ist gut so. 🙂 Carpe noctem 🙂

  5. (Obgleich Leute, die sich nicht mit den Ursprüngen befassen, das auch nicht wissen….da gibt es ja auch die wildesten Theorien woher Gothic stammt in sofern wohl wichtig ^^)

    • Ich kenne nur 2 Versionen:

      1. Gothic kommt von der Punkbewegung
      2. Gothic kommt von der gotischen Architektur und hat eigentlich nichts mit Musik zu tun.

      Ich denke an beidem ist irgendwo etwas dran, aber das die Szene eigentlich nichts mit Musik zu tun hat, halte ich für ein Gerücht 😀

  6. Und 3.:
    Gothic kommt von den Gothic-Novels aus dem ausgehenden 18. bis etwa Mitte 19. Jahrhunderts und man kann die Werke von Horace Walpole („The Castle Of Otranto“, 1764), Edgar Allan Poe („The Raven“ (1845), „The Black Cat“ (1843)) dazurechnen, wobei Poe eher der Erfinder von Mystery-Kriminalromanen ist, da seine Geschichten zwar unheimlich, aber ohne übernatürliche Dinge wie Geister oder Monster wie Mary Shelley’s Frankenstein (1831) auskommen. Man darf aber Frankenstein nicht als das kitschige Filmungetüm der 30er Jahre sehen, wie es Hollywood einem seither eintrichtern will.
    Die Zeit der Gothic Novels ist auch die Zeit der Romantik, insbesondere der „schwarzen Romantik“ – hierzu lohnt sich ein Link zum Schwarzen Planeten von Shan Dark: http://der-schwarze-planet.de/ausstellung-schwarze-romantik-frankfurt/
    Das war eine große Epoche der Kunst, die leider ziemlich unterbuttert wird durch die typische Kunst des Rokoko davor und des Realismus danach. Die Romantik begann zwar irgendwann Ende des 18. Jahrhunderts, ist aber ein typisches Thema des darauf folgenden 19. Jahrhunderts. In jener Zeit tobte die sogenannte industrielle Revolution, die mit der Erfindung der Dampfmaschine und den neuen Möglichkeiten zur Fließbandproduktion von Waren begann. Auch die Erfindung der Fotografie ist wichtig. England lag unter einer pechschwarzen Wolke aus Kohle und Staub, die die Verwandlung der einst grünen idyllischen Insel in ein Fabrikmonster mit sich brachte. Man denke mal an den Begriff „Steampunk“.
    Man sehnte sich nach romantischeren Zeiten und nach der Natur, die nicht mehr wirklich vorhanden war. Es gab überall Kriege und Aufstände, es war eine Zeit der Angst. In Baden (Deutsches Reich) tobte die Revolution, während sich andernorts die Menschen hinter ihren Spitzenvorhängen in ihren hauptsache gemütlich eingerichteten Biedermeierwohnungen verkrochen. Die Welt sollte wohl zu Grunde gehen, aber zu Hause war man sicher. Man erkennt also einen Zusammenhang zwischen den Begriffen „Schwarzer Romantik“ und „Schwarzromantik“ bzw. „Gothic“ der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, in der sich die Welt auch im „Kalten Krieg“ bzw. England in einer wirtschaftlichen und ökologischen Krise steckte. Manchester war eine Industriehochburg und in den spätern 70ern gab es kaum Aufstiegs- oder gar Karrieremöglichkeiten für die dortigen Jugendlichen. Das einzige, was ihnen blieb, war am Band oder in Lagern zu arbeiten. Diese Perspektivlosigkeit führte auch dazu, dass sich dies in der Musik widerspiegelte. Punk kam aus England, wurde fast zeitgleich auch in den Metropolen der USA „erfunden“, darüber streiten sich die Fachleute.
    1976-1979 war die große Zeit des Punks, bis diese Musik, die eine akustische Rebellion gegen die herrschenden schlageresken Charts war und natürlich auch Ausdruck der Unzufriedenheit mit dem politischen System und dem Überwachungswahn der Briten, durch eher kommerziell denkende Bands verwässert wurde. Punk galt schon nach drei Jahren tot, die Seele ausgehaucht. Und dann waren da plötzlich Joy Division, eine junge Band aus eben jenem Manchester, die als typische Punkband (Warsaw) begonnen hatte und schon bald Bekanntheit erlangte. Der Sänger Ian Curtis, der an Epilepsie litt und sich später in seiner Küche umbrachte, gilt als Ikone der damaligen Post-Punk-Apokalypse, der New Wave (of Punk oder wasweißichnichalles). Bands wie The Cure oder Siouxsie & The Banshees, die zuvor auch eher Punk gespielt hatten, zogen es nun vor, im Stile von Joy Division zu spielen. Und Punk war plötzlich nicht mehr einfach nur Gezupfe an Bass und Gitarre, sondern wurde von Synthesizern begleitet (oder manchmal gar ersetzt), es wurde mit anderen Instrumenten experimentiert, die so gar nicht „rockig“ waren, wie man das als alteingesessener Rocker und Fan von typischen altbackenen Bands wie den Stones oder Deep Purple war. Nein, das musste schon eine gewagte Mischung sein aus Punk, Psychedelic, Glam etc. Es wurde gespielt, was gefiel. So lassen sich auch die unzähligen Stile von The Cure erklären.
    Die 80er waren musikalisch dann ziemlich verschieden, die einen Bands wurden eher „bunt“ und die anderen klangen ziemlich düster oder einfach alles durcheinander. Es gab auch noch keinen Begriff wie „Schwarze Szene“, das kam später – man hörte was gefiel und dementsprechend legten auch die DJs auf.
    Aus dem düsteren Post-Punk-Stil entwickelte sich im Zuge der Gitarrenmusik der Gothic-Rock, während sich aber auch eine elektronische Richtung entwickelte – Depeche Mode sind da ein Beispiel für den Synthie-Wave oder Synthie Pop, der sich mit Front 242 zum EBM entwickelte, was auch in der schwarzen Szene gehört wird, allerdings nicht primär „schwarze“ Musik ist. Typische Goth-Bands der 80er sind „Bauhaus“, benannt nach der Kunstakademie, deren Logo sie auch ganz dreist stibizt hatten und deren Song „Bela Lugosi’s Dead“ eine Hymne der Gothic-Szene ist, sowie die „Sisters Of Mercy“. In den USA entwickelte sich aus dem Punk der Deathrock, quasi das Pendant zum britischen Post-Punk, welcher heute auch gerne Batcave genannt wird. Der Name ist dem berühmten Londoner Waver- und Punk-Schuppen entnommen, in dem „Alien Sex Fiend“ und „Specimen“ mit ihrer Netzhemd-Rocky-Horror-Ästhetik für Aufsehen sorgten und sich in die (mehr oder weniger) schwarzen Herzen der damaligen „Szene“ spielten.
    Dieser Schuppen schloss schon nach sehr kurzer Zeit, ist aber trotzdem legendär, weil es damals einfach etwas ganz Neues war. In der damaligen Bundesrepublik Deutschland gab es auch sehr wenige Clubs, die meisten davon gab es im Ruhrgebiet. Der bekannteste deutsche Club der schwarzen Szene ist wohl das vor einigen Jahren leider abgebrannte „Zwischenfall“, um das es auch einige Mythen gibt. Dort war der Nährboden für Klischees und Vorurteile, wie z.B. dass Grufties alle Satanisten seien und dort Orgien abhielten. Das meinten einige besorgte Bürger, weil sogar Leute aus ganz Deutschland und sogar Belgien dort ein und ausgingen. Da musste ja was dran sein an all den Gerüchten um Opferungen etc., denn wieso sonst nimmt jemand eine so lange Reise auf sich für irgend so einen schäbigen Schuppen? Ganz einfach, weil es nur sehr wenige Clubs wie diesen gab, der so ausgewählte und gute Musik spielte. Und das ist heute eigentlich noch genausoo, nur dass sich die Szene und die Genres der Musik vervielfältigt haben.

    Nun bin ich aber ein kleines bisschen abgeschweift.
    Gothic (pauschal für düstere Musik, speziell aus dem Wave- und Postpunk-Bereich) steht für mich erstmal für verdammt gute Musik, die mich einfach fesselt und mein Herz trifft.
    Für die Farbe Schwarz. Für Klischees, mögen Außenstehende doch denken, was sie wollen, sie wollen es nicht besser wissen als sie es sowieso schon glauben. Für Kreativität. Für das Leben – und nicht nur die Schattenseiten dessen, sondern hauptsächlich die Sonnenseiten, aber da sind wir wieder beim Thema Außenstehende, die das nicht kapieren. Für weitere viele Dinge, ihr seht, „Gothic“ sprengt eine einfache Kommentarzeile.

    Und zum Thema Gothic sei tot. Gothic in dem Gewand, wie man es in den 80ern und 90ern kannte ist vielleicht optisch oder musikalisch in der Form nicht mehr da. Viele Bands haben sich aufgelöst und nur wenige kamen nach. Man kann sagen, die Zeit, in der man große Fische fangen konnte, ist schon lange vorbei. Es sind neue Richtungen entstanden. Musikalische, für die einen ein Fluch, für die anderen ein Segen. Will man etwas haben, das nicht mehr ist, kann man nur eines tun: Dieses Ungetüm wieder zum Leben zu erwecken. Bands wie „Still Patient?“, die sich lange Zeit getrennt hatten, sind seit 2012 wieder zurück und rockten das WGT und andere Konzerte. Das ist ein Anfang. Das bringt einem zwar vielleicht nicht mehr genau das Feeling von damals rüber, aber hey, wir bleiben alle nicht jung und werden dafür älter. Damit müssen wir uns abfinden. Und das ist genau etwas, worum es unter anderem im Gothic geht: Leben und Sterben. Und vielleicht auch die ein oder andere Wiedergeburt. Wenn man selbst Hand anlegt. Denn eigentlich geht es nicht um DIE Szene, sondern um einen selbst.

  7. Und offen gesagt, sehe ich persönlich eher das „Lebensgefühl“ im Dark Wave, als in Gothic, welches für mich eher eine künstlerische Ausdrucksweise ist, egal ob Literatur, Musik oder Film. Ich bezeichne mich – oder lasse mich gerne als Gruftie bezeichnen, auch wenn das für viele eher ursprünglich eine Beleidung ist. Vielleicht kann diesen Gedankengang jemand verstehen 😉

  8. Ich denke auch, das „Gothic“ mehr im Kopf/Herzen stattfindet als anderswo und Begleiterscheinungen wie Musik, Auftritt, Erscheinung quasi nur nebensächlich sind. Während mein Stil eher nüchtern und einfach ist, brauchen andere den schwarzem Glamour – wie ich es gern nenne. Schließlich sind wir alle, trotz eine „Szene“ immer noch sehr starke Individualisten ….

  9. Warum ich schwarz trage.
    Ich spiegele meine Seele nach aussen. Meine Seele ist schwarz, Leder, Nieten, Totenköpfe und Fledermäuse.
    Meine Seele ist nicht der Durchschnitt, meine Seele ist anders und hebt sich ab. Das zeige ich nach aussen.
    Ebenso wie meine Tattoos gehört mein Schwarz zu mir und zeigt was und wer ich bin.
    Jeder sollte das tragen, was ihn/sie und seine/ihre Seele und sein/ihr selbst spiegelt. Wenn das nicht
    schwarz ist, sollte man es lassen denn es wäre dann nur Heuchelei. Es ist genau so wie ich, als ich mich
    mit bunter Kleidung und einem „normalen geregelten Leben“ versuchte. Es passt nicht, klappt nicht, und
    endet auf Mittel- bis Langfrist in einer Sackgasse.
    Gothic ist für mich ein separater Teil der schwarzen Szene. Mittlerweile ist „Gothic“ bei weitem nicht mehr
    das, was es in seinen Anfängen war und hat sich sehr weit davon entfernt. Das liegt meines Erachtens an zwei
    Dingen. Zum einen hat sich „die Szene“ durch ihre hohe Tol(l)eranz gegenüber andersartigem „selbst abgeschossen“.
    Leute, die sich wohl fühlen, bleiben und bezeichnen sich dann auch so, obwohl sie es nicht sind und ihnen das
    „eigentliche Gothic“ nicht entspricht. Dadurch ist die „Definition des Begriffs Gothic“ sehr geändert.
    Zum zweiten wird durch das Entstehen der schwarzen Szene an sich teilweise nicht mehr zwischen „schwarz“ und „Goth“
    abgegrenzt. Menschen, die sich nicht ausreichend informieren und ein „Gleichzeichen“ zwischen die Begriffe setzen,
    schwemmen auch in „die Szene“ hinein obgleich sie dort nicht hingehören und es ihnen nicht entspricht.

    Goth ist in seinen Ursprüngen schwarz und nur schwarz. Nicht grün, nicht violett, nicht sonstetwas, sondern
    nur und ausschließlich schwarz. Es ist nicht „schlimm“ wenn man etwas buntes anziehen mag, weil es einem gefällt
    oder entspricht, man sollte sich aber bewusst machen dass es nicht dem ursprünglichen Goth entspricht – und
    ich spreche hier nicht von schwarzen Bandshirts oder davon dass schwarze Totenschädel auf schwarzem Grund keinen
    Sinn ergeben weil man sie – leider – dann nicht sieht (schade…..sonst gäbe es nichts anderes bei mir) sondern
    von komplett bunten Kleidungsstücken oder Leuten die sagen: „uuuh….dunkelrot/lila/dunkelgrün ist auch goth…“.
    NEIN, ist es nicht. das ist es nur in Euren Köpfen, aber nicht in den Ursprüngen. Und ich werde es auch nicht
    verstehen wie man für sich in Anspruch nehmen kann, den Ursprüngen zu entsprechen und dann seine eigenen Regeln
    aufzustellen. Das ist kein „mach was Du willst-Spiel“. Es ist überhaupt kein Spiel. Es ist ein Gefühl, eine Art
    zu denken und zu sein, eine Lebensart, eine Art zu fühlen und die Welt zu sehen.Es ist eine Kultur und eine eigene
    Welt. Eine Welt, innerhalb der eigentlichen Welt, ohne ein Teil davon zu sein. Es ist eine Alternative.Ein „hey,
    es geht auch anders, es muss nicht so sein“. Es bedeutet, den Menschen als Ganzes anzunehmen, mit allen guten
    und schlechten Seiten. Zu akzeptieren, dass jeder gute und schlechte Tage hat. Jeder hat mal Angst, ist wütend,
    traurig oder enttäuscht – das ist normal und Teil des Lebens und der Existenz, genau so wie Freude, Lachen, Spaß
    und Sex sind auch Tod und Trauer ein Teil des Menschseins. Und es ist kein Tabu darüber zu sprechen. Denn es geht uns allen so und wir haben es alle gleichermaßen.
    Soweit von meiner Seite hierzu 🙂
    Carpe noctem!

  10. Sorry für die blöden Absätze, habe es im Wordpad vorgeschrieben ^^

  11. Der Inhalt entschuldigt die Formatierung, Eulchen 😉

  1. Pingback: Goth Styles: Der “Batcaver” | the music box of a morbid wonderland

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: