Goth Styles: Der „Batcaver“

In dem Post am Montag habe ich ja bereits ein Foto von unterschiedlichen Stilen, die sich im Laufe der Zeit in der Gothic Szene entwickelt haben. Und heute möchte ich mal ein wenig auf ein paar einzelne Stilrichtungen eingehen…

Inspiriert dazu hat mich die kleine Seite von Megan Balanck, die einigen unter „Trellia“ oder „blackwaterfall“ wohl eher ein Begriff sein wird. Auf ihrer Seite geht sie gezielt auf einige Goth [stereo] types ein wie z.B. den Trad Goth. Und diesen werde ich hier nun ebenfalls näher beleuchten.

Als erstes möchte ich dazu aber anmerken, das ich diesen Stil – wie es schon der Titel anmuten lässt – Batcaver nenne…. Warum?

Ganz einfach: Dieser Stil hängt eng mit dem gleichnamigen Londoner Club „The Batcave“ zusammen (der inzwischen geschlossen ist). Denn dort spielten die ersten Bands, die sich mit ihrer Musik von der der Punkbands unterschied.

Aber dazu gleich mehr, erst will ich auf die Optik der Batcaver eingehen:

Wie ihr an der Grafik sehen könnt ist es unübersehbar, woher die Gothic Szene ursprünglich stammt nämlich der Punkszene. Denn der klassische Batcaver hat meist noch den markanten Deathhawk. Außerdem werden auch weitere Elemente aus dem Punkstil genutzt, so sind Ketten, Nieten und Netzhemden sowie viele Selfmade-Objekte keine Seltenheit. Um dem Ganzen eine morbide und düstere Stimmung zu verpassen (was diesen Stil vom Punk grob gesagt unterscheidet) werden bevorzugt schwarze Kleidung und Fledermäuse, Wolfskreuze und andere Elemente dazu kombiniert. Lederjacken mit und ohne Bandpatches/Buttons sind bei diesem Stil keine Seltenheit.

So viel zur Optik. Musikalisch gesehen hat – wie bereits erwähnt – der Batcave Club großen Einfluss auf den Batcaver. Dort wurden Bands wie Siouxsie and the Banshees, Sisters of Mercy, Bauhaus, Virgin Prunes, Killing Joke, Alien Sex Fiend und viele andere gespielt. Im Grunde genommen kann man also sagen dass der Stil Batcaver mit dem Gothic Rock aufkam und umgekehrt. Die Musikart habe ich ja schon einmal hier angeschnitten und ich habe auch noch vor (nach Ende der J-Rock Challenge) näher auf die ein oder andere Band eingehen…

Die Musik und die Optik sind die 2 wichtigsten Punkte um einen Stil entstehen zu lassen. Allerdings kann man in einigen Fällen auch vom Stil auf den Charakter oder besser die Einstellung schließen. Denn die meisten Batcaver sind der Meinung, dass die „wahre“ Gothic Szene schon längst tot sei, dabei wird außer Acht gelassen dass auch diese sich weiterentwickelt da sich die Menschen heute anders angesprochen fühlen als noch in den 80ern. Durch diese Einstellung kann man auch verstehen, warum die Vertreter dieses Stils oft als eitel und elitär betitelt werden.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass nicht jeder so engstirnig denkt der diesem Stil zugetan ist. Wie ich zu dem Stil stehe, könnt ihr an dem Foto rechts erkennen. Dies ist im September 2013 entstanden, als ich mit ein paar Freunden auf dem Weg zum Black Days Glowing war. Diese Veranstaltung lässt regelmäßig die 80er wieder aufleben – so viel zum Thema die Szene sei tot.

Den Tag/Abend habe ich wirklich genossen und es war auch mal wieder schön zu erleben, dass tatsächlich ein „Revival“ des Stils – sowohl optisch als auch musikalisch – in der Tür steht und das es sich dabei nicht nur um ein Gerücht handelt… und bin wirklich gespannt wie sich dieses Revival weiter gestaltet und entwickelt.

So, das war jetzt einmal meine kleine Interpretation des ersten Stils der Gothic Szene. Wie ich zu anderen Stilen stehe, könnt ihr  auch bald hier lesen! (Wenn ihm mehr lesen wollt)..

Was mich jetzt noch interessieren würde: Wie steht ihr zu dem Batcave Stil? Habt ihr mit dem Vorwurf der Eitelkeit zu kämpfen? 

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 28. Februar 2014 in Alltagsschwarz, Styles und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

  1. Netter Blog =)
    Ich kann Bettkäfer heutzutage nicht wirklich ernst nehmen, da der Großteil einfach -jap- ein Möchtegern-elitärerer, selbstbeweihräuchernder, fotogeiler, oberflächlicher Haufen ist.
    Früher hatte das ganze wenigstens noch einen gewissen Stil (auch wenns wohl ebenso elitär ablief), heutzutage kann ich nur über die verkleideten 20jährigen Kinder lachen, die sich stundenlang aufbrezeln und auf alles herabblicken, was keine Winklepicker trägt und deren ausgesuchte elite Gothicmucke hört.

    Gibt natürlich immer mal wieder Ausnahmen…bin mit einigen „original“ hehe Batcavern befreundet und möchte die nich missen, aberrr die neue Generation ist größtenteils not my cup of tea

  2. War kürzlich in einer Ausstellung. Dort hing mein Lieblingsgemälde als Kunstdruck. Ich war sehr begeistert und kommunizierte es freudig meinem Umfeld. Von jemandem kam dann:“Dein Lieblingsbild? Dein Spiegelbild?“

    Autsch. Tat weh.

  3. Ian von Nierenstein

    Schöner Artikel. In Bezug auf die Musik sollte man jedoch nicht den US-amerikanischen Deathrock (Christian Death, Hatesex etc.) vergessen, der sich zeitgleich wie „Batcave“ in den 80ern aus Punk entwickelt hat, allerdings sogar Metal-Elemente enthalten kann. Der Begriff „Batcave“ tauchte eigentlicht erst seit seinem Revival Anfang der 2000er auf und beschreibt die Art von Musik, die die dortigen Bands gespielt haben. Eigentlich ist ja „Batcave“ auch nur eine von vielen Formen des „Post-Punk“. Es gibt ja sogar Bezeichnungen wie „Gothic-Punk“, die sich aber nicht durchgesetzt haben.

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