April Fools‘ Day

Nein, dass ausgerechnet heute ein Beitrag von mir kommt, ist kein Aprilscherz. Wir haben den 1. April und alle spielen sich Streiche, werden in den April geschickt. Aber wieso eigentlich? Genau der Frage will ich heute nachgehen.

Dass es sich bei den Aprilstreichen um ein älteres Brauchtum handelt, dürfte allen klar sein. Erste Belege für diesen Brauch finden sich im Deutschland des 17. Jahrhunderts. Allerdings scheint er viel älter zu sein und reicht wohl bis weit ins Mittelalter zurück.

Die ersten Bezeichnungen wie Aprilscherz oder Aprilstreich scheinen allerdings erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgekommen zu sein, denn Der Grimm kennt diesen Begriff noch nicht. Während dies also eine Formulierung des späten 19. Jahrhunderts ist, kann das „April schicken“ seit dem 17. Jahrhundert belegt werden. Seit dem 19. Jahrhundert heißt es dann „in den April schicken“.

Aber nicht nur in Deutschland hat der Aprilscherz eine lange Tradition. In Frankreich zum Beispiel, kleben sich die Menschen gegenseitig einen gebastelten Fisch aus Papier auf den Rücken, den Aprilfisch.  In Portugal wird man dagegen mit Wasser bespritzt oder es wird einem ein Pulver ins Gesicht geblasen. Wie es in Deutschland aussieht, dazu komme ich gleich.

Jetzt muss allerdings noch geklärt werden warum man sich am 1. April Streiche spielt. Dazu gibt es mehrere Theorien:

  • Das Wetter: „Der April macht was er will!“ So ist es in vielen Köpfen drin und es wundert kaum jemanden, wenn im April morgens die Sonne scheint und nachmittags liegt Schnee. Da kann man sich schon veräppelt vor kommen.
  • Der Unglückstag: Dies kann man aus Sicht des Romans „Bibel“ erklären, denn es heißt An diesem Tag wurde Judas Iskariot geboren oder er erhängte sich am 1. April. Außerdem soll an diesem Tag der Himmels- oder Engelsturz statt gefunden haben, bei dem Satan aus dem Himmel gestoßen wurde.

Was jetzt von diesen Behauptungen richtig ist oder nicht, kann ich nicht sagen, denn ich kenne mich (wie einige wissen) mit der Bibel nicht aus.

  • Das neue Jahr: Im Mittelalter hat zu Ostern das neue Jahr angefangen. Da Ostern in jedem Jahr etwas anders liegt, wurde der erste Tag des neuen Jahres auf den 1. April gelegt. Im Jahr 1563 verlegte der französische König Karl IX. den Beginn des neuen Jahres vom 1. April auf den 1. Januar. Dies hatte zur Folge, dass es eine ganze Zeit gedauert, bis jedermann wusste, dass das neue Jahr nun schon am 1. Januar beginnt. Diejenigen, die es noch nicht wussten oder es sich nicht merken konnten, hat man dann mit allerhand Scherzen verspottet.
  • Tête-à-Tête des französischen Königs: Angeblich habe an einem 1. April eine sechszehnjährige Unbekannte Heinrich IV., der sich jungen Damen gegenüber stets etwas zugeneigt zeigte, mit einem Briefchen um ein heimliches Rendezvous in einem abgelegenen Lustschlösschen gebeten. Als der König zum Tête-à-Tête erschien, wurde er überraschend vom gesamten Hofstaat unter Anführung seiner Gattin Maria de Medici begrüßt, die sich bei ihm ironisch-untertänigst dafür bedankte, dass er der Einladung zum „Narrenball“ gefolgt sei.

Diese Theorien sind nicht zu 100% belegt, doch klingen sie mir am logischsten. Es gibt aber auch Vermutungen, dass es sich um Reste eines heidnischen Brauches handelt, was ich durchaus unterstützen würde: Der Aprilnarr, der sich überall hinschicken lässt, steht für den machtlos gewordenen Winter, mit dem der seine Herrschaft antretende Sommer tun kann, was er möchte.

Der Aprilnarr ist ist man heutzutage nicht, weil man sich freiwillig zu einem solchen erklärt.Im Gegenteil, man  lässt sich dadurch zum Narren machen, dass man einen Aprilscherz nicht auf Anhieb erkennt.

Die älteste Art des Aprilscherzes (in Deutschland) ist, dass der Aprilnarr  einen Auftrag zu erfüllen hat, bei dem ein bestimmtes, mehr oder minder kostbares oder seltenes Objekt beschafft werden muss. Solche Objekte können Dinge wie Hühnerzähne, Taubenmilch, ein Augenmaß, Mückenfett, Hahneneier, Stecknadelsamen, gerade Häkchen, eine Dachschere, Gewichte für die Wasserwaage, von außen verstellbare Innenspiegel oder ein Globus von Europa (uvm.) sein.

Btw.: Solche Art der Aufträge werden auch gern mal Azubis aufgegeben. Als ich im ersten Ausbildungsjahr war, wurde ich auch mal gefragt ob ich Gewichte für ne Wasserwaage holen könnte. Woraufhin ich dann gefragt habe wozu man im Einzelhandel bitte eine Scherzwasserwaage braucht… das hat für gute Lacher gesorgt auf beiden Seiten.

Aber zurück zum 1. April! Denn in Zeiten von Internet und Photoshop sind die Aprilscherze immer kreativer geworden. Und gerade auf Plattformen wie FB werden heute nur so mit Scherznachrichten um sich geworfen. Die älteste Scherznachricht wurde allerdings weit vor FB,  am 1. April 1774 in einer deutschen Zeitung, veröffentlicht: Erklärt wurde, wie man nicht nur Ostereier, sondern auch Hühner in allen möglichen Farben züchten könne. Man brauche nur die Umgebung der Hühner in der jeweils gewünschten Farbe anzustreichen, damit sich Hühner entsprechend anpassen…

Fazit:
Der Ursprung dieses Brauches ist nicht zu erfassen, aber trotzdem machen viele Leute Mit und necken sich gegenseitig. So lange das Ganze scherzhaft bleibt, beide Seiten (Scherzender und Aprilnarr) drüber lachen können und es keine schwerwiegenden Konsequenzen nach sich zieht, lass ich mich auch gern veräppeln heut!

Und so wünsche ich euch einen frohen ersten April!

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 1. April 2015 in Allgemein und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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