HIV und die Gesellschaft

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, geht es seit Sonntag schon um das Thema Blut. Dies kommt daher zustande, dass ich mich im Vorfeld zum Sonntagsbeitrag ein wenig Beratung innerhalb der dort angesprochenen Szene geholt habe, um ein gutes Maß an Informationen weiter zu geben, ohne diese zu überladen. Während dieser Beratung ist dann die Aufgabe zu Stande gekommen, bis zum nächsten Sonntag das Thema Blut durch zu ziehen.

Passend dazu gab es dann zu Beginn dieser „Bloody week“ eine Frage von Sebastian, einem meiner Mitstreiter im Blogbattle:

Gibt es dort keine Angst vor dem HIV und anderen durch Blut übertragbaren Krankheiten?

Diese Frage greife ich mit dem heutigen Beitrag auf, denn es handelt sich meiner Meinung nach um ein wichtiges Thema, welches nicht nur in der Vampyr Szene eine Rolle spielen sollte!

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Vorab sei schon mal gesagt: In der Vampyr Szene an sich, herrscht keine Angst vor derlei Krankheiten, eher ein gebührender Respekt. Begründen kann man dies durch die Tatsache, dass jeder Donor sowie auch der Vampyr vor einer Spende einen aktuellen Bluttest vorzuweisen hat. Kann der Vampyr dies nicht vor weisen, so wird auf direkten Kontakt untereinander verzichtet – sprich der Vampyr nimmt das Blut via Teelöffel, Schnapsglas o.ä. zu sich, nicht von der Haut direkt. Dies wird so gehandhabt, damit es nicht aus versehen Speichel in die „Wunde“ kommt und das obwohl im Speichel dann nur so geringe Mengen enthalten sind, das dieser meist nicht für eine Ansteckung ausreicht. Wenn der Donor keinen Bluttest aufweisen kann, kommt es gar nicht erst zu einer Blutspende.

Das wäre die grobe Erklärung zum Umgang innerhalb der Szene. Wie mit jemandem um gegangen wird, der sich über andere Wege mit HIV oder andren Infektionen des Blutes angesteckt hat, hat schon  etliche Diskussionsrunden gefüllt. Es hat sich durch solche eine klare Struktur heraus kristallisiert. Nämlich, dass im Falle einer Erkrankung sofort (!!) die letzten Kontakte informiert werden. Als Donor muss man sich dann natürlich zurück ziehen – meist werden betroffene dann als schwarze Schwäne behandelt, also als Menschen mit Interesse und Verständnis für das Thema Vampirismus. Aber der/die Betroffene wird nicht wie jemand aussätziges behandelt und die Erkrankung muss auch nicht an die große Glocke gehängt werden. Schließlich gibt es durchaus mehrere Gründe, warum man nicht bzw. nicht mehr spenden mag.

So komme ich auf eine (in meinem Blog auch schon mehrmals erwähnte) Internetpräsenz für die Vampyr Szene zu sprechen. Diese ist sehr familiär gehalten, weshalb ich sie auch nie verlinkt habe – und heute nicht erwähne. Auf jeden Fall herrscht dort ein stets freundlicher Umgangston untereinander, weshalb sich viele dort recht geborgen fühlen. In Bezug auf HIV ist das auch noch mal ein wichtiger Punkt. Schließlich geht man nach wie vor ungern mit so etwas hausieren und trotzdem kann eine betroffene Person es in besagter Runde ruhig breit treten, denn es bleibt innerhalb der Community.

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Ich selbst kenne nur den obig genannten Umgang mit solcherlei Infektionen. Jedoch hat mir mein bester Kumpel erzählt, dass es auch anders von statten gehen kann – und das ausschließlich außerhalb der Vampyrgesellschaft.

Die Rede ist von Sex Patrys, die nach dem Prinzip des russischen Rouletts funktionieren: Man geht in einen Dark Room, in dem man mit verschiedenen Leuten Sex haben kann und einer unter den Anwesenden hat HIV – entweder man hat dabei Glück und man steckt sich nicht an, oder man hat Pech gehabt. Keiner weis im Voraus, wen es trifft und um an solch einer „Party“ teilnehmen zu können, bezahlt man auch noch einen Haufen Geld.

So jedenfalls, hat es mir mein bester Kumpel erzählt, der laut eigenen Angaben Menschen kennt, die solche Partys besuchen oder besucht haben. Gut, ich bin der Meinung jeder darf seinen Fetisch haben und kein HIV infizierter sollte schlechter behandelt werden, als „gesunde“ Menschen, aber DAS geht in meinen Augen zu weit!!!

Mir ist natürlich klar, dass dies hier jetzt ein sehr extremes Beispiel ist, wie die Gesellschaft mit HIV umgeht. Trotzdem ist es für mich ein Ding der Unmöglichkeit, das es solche Extreme überhaupt gibt.

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Auf der anderen Seite ist es aber auch kein Wunder, dass so mit dieser Krankheit umgegangen wird. Schließlich halten sich in der heutigen Gesellschaft immer noch Vorurteile wie, dass HIV eine Schwulenkrankheit wäre. Teilweise gibt es sogar Menschen (und davon leider nicht wenige!), die der Meinung sind HIV wäre heilbar oder nicht mehr existent. Ich vermute an dieser Stelle mal ganz stark, das dieses Denken daher kommt, dass keiner mehr wo wirklich über das Thema spricht und laut meiner Mom auch im Fernsehen kaum etwas zu dem Tema gesendet wird.

Dabei ist HIV nach wie vor mit Medikamenten nur einzudämmen, aber nicht zu besiegen und außerdem ist meiner Meinung nach gerade heute die Zeit in der man sich am ehesten mit dieser oder anderen sexuell oder durch Blut übertragbare Infektionen anstecken kann. Meine Meinung wird durch einen Teil meines Bekanntenkreises bestätigt, denn wenn ich höre bzw. lese, wie viele ungewollt schwanger werden… und um das zu schaffen, setzt es ungeschützten Sex voraus.

Außerdem denke ich, dass es am Robert Koch Institut keine eigene Abteilung für das Thema geben würde, wäre die Gefahr von Infektionen wie HIV nicht akut bzw. allgegenwärtig.

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Abschließend sei noch erwähnt, dass die Ansteckung mit HIV und Co. am häufigsten in der „normalen“ Gesellschaft passiert und nicht in der Vampyr Szene, in der es nicht selten zu Blutspenden kommt. Da hat also der Umgang mit der Szene auch wieder etwas gutes, denn man lernt, in meinen Augen, einen sicheren Umgang mit dem Thema (wenn man diesen nicht gleich von Beginn an kennt).

Wer jetzt noch allgemeine Fragen zum Thema HIV hat, der sollte sich an entsprechende Stellen wenden. Ansonsten könnt ihr mir gern ein Kommentar da lassen.

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 8. April 2015 in Allgemein und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Angst ist niemals gut, Respekt besser. Finde ich gut, wie du das beschrieben hast.

  2. Find ich saugut und auch etwas skurril über was du da gerade so berichtest. Bin aber auch bekennender Blut Fan 😀 Zum Thema HIV und Umgang bei Sexpartnern ist generell egal ob hetero, homo oder bisexuell da oft viel zu selten an Schutz gedacht wird. Das muss nicht nur auf diesen großen Sexpartys etc sein, oft sind es die Leute die one night stands oder sex auf der Discotoilette haben und kein Kondom dabei haben die sich infizieren. Es gibt Kondome, für Frauensex sogenannte Dental Dams und wer besonders vorsichtig sein will auch Handschuhe. Schutzmaßnahmen gibts genug- doch man muss sie auch nutzen.

    • Stimmt, das was du ansprichst ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Ganzen, den ich einfach mal vergessen habe zu erwähnen.

      Das kommt wohl daher, dass ich mir für mich persönlich keine „Disco-Szenerie“ oder One Night Stands vorstellen kann (und will).

      • Du hast ja kein wissenschaftliches Aufklörungskonzept geschrieben meine Liebe, du berichtest nur und ich fand das schon sehr informativ. Ich wollte jetzt nur meinen senf dazu geben in Form von ein bisschen wissen 😀 Ganz liebe Grüße

      • Ich finde es ja auch gut, dass du meinen Betrag dadurch erweiterst 🙂

        Liebe Grüße zurück!

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