Hänsel und Gretel – die wahre Geschichte

Zum Thema Wicca findet man im unendlichen Universum der Esoterik-Bücher on Mass Material. Manche Werke sind gut und andere weniger, aber das ist eine andere Geschichte. Heute zeige ich euch mal wie aus einer fleißigen Frau eine böse Hexe wurde. Woher diese Geschichte stammt seht ihr am Ende des Ganzen. Also viel Spaß!

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In Nürnberg lebte um das Jahr vierzehnhundert eine hübsche junge Frau, deren Namen wir leider nicht kennen. Sie hatte weder Mann noch Kinder, und das kam den Menschen zu dieser Zeit schon ziemlich merkwürdig vor, denn damals heiratete man schon mit 15 oder 16 Jahren. Noch seltsamer fanden es die Menschen aber etwas anderes: Die junge Frau arbeitete. Das klingt für uns heute ganz normal, im fünfzehnten Jahrhundert war es aber sehr außergewöhnlich, dass Frauen einer Arbeit nachgingen und dazu noch ihr eigenes Geld verdienten.
Die junge Frau arbeitete als Pasteten- und Lebkuchenbäckerin und damit war sie ziemlich erfolgreich, besonders deshalb, weil sie immer wieder ganz neue und raffinierte entwickelte. Lebkuchen waren damals etwas ganz anderes als unsere Weihnachtslebkuchen heute. Man nannte sie auch „Gewürzbrot“ und die vielen verschiedenen Kräutern und Gewürze darin hatten bei manchen Krankheiten sogar eine heilende Wirkung. Pfeffer und Kardamom sind zum Beispiel zwei dieser Gewürze. Meistens wurden sie aus Indien importiert und waren daher äußerst selten und besonders wertvoll. Weil die Lebkuchen also etwas wirklich Besonderes und ziemlich Teures waren, wurden die Rezepte auch streng geheim gehalten. Man kann sich vorstellen, dass bald eine Menge Leute neidisch auf die junge Frau wurden, die mit ihrem Leben so gar nicht in diese Zeit passte.

Besonders missgünstig waren natürlich die anderen Lebkuchenbäcker, deren Lebkuchen weniger wirkungsvoll bei Krankheiten waren und die folglich nicht so viel Erfolg hatten. Und so dauerte es nicht lange, bis die ersten Gerüchte auftauchten, die junge Frau sei in Wirklichkeit eine Hexe. Sie würde ihre Rezepte direkt vom Teufel bekommen und ihre Lebkuchen und Pasteten mit ihm gemeinsam backen.
Sicher, über so einen Unsinn lachen wir heute, aber solche Anschuldigungen waren im späten Mittelalter eine gefährliche Sache, schließlich wurden fast täglich Frauen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die junge Frau beschloss also, die Stadt besser erst einmal zu verlassen. Einige Tagesreisen von Nürnberg entfernt, kaufte sie sich ein verlassenes Haus, das herrlich ruhig mitten in dem damals noch riesigen und undurchdringlichen Wald lag. Dort konnte sie mehrere Monate im Jahr ihre Lebkuchen backen und war völlig ungestört von den neidischen und abergläubischen Stadtbewohnern. Einmal im Jahr zog sie nach Nürnberg und verkaufte dort ihre Lebkuchen, die immer reißenden Absatz fanden.

Und genau jetzt tauchten „Hänsel“ und „Gretel“ auf. Sie waren keine armen kleinen Kinder, sondern ein junges Paar, das sein Geld ebenfalls mit Lebkuchen und Pasteten verdiente. Weil niemand mehr weis, wie die beiden tatsächlich hießen, gaben die Märchenerzähler ihnen einfach zwei alte deutsche Namen , nämlich Hans und Grete. Daraus wurden dann im Laufe der Zeit Hänsel und Gretel, was sich ja auch viel eher nach harmlosen kleinen Kindern anhört.
Die beiden hatten mit ihren Lebkuchen viel weniger Erfolg als die junge Frau und beäugten sie deshalb recht misstrauisch. Irgendwann beschlossen sie, die geheimen Rezepte einfach zu stehlen, und warteten nur auf den richtigen Augenblick. Der kam, als die junge Frau ihre Lebkuchen verkauft hatte und sich wie jedes Jahr auf den Weg auf den Weg zu ihrem Haus im Wald machte. Das hinterhältige Pärchen verfolgte die junge Frau. Dann forderten sie die Rezepte, die ihnen die junge Frau natürlich nicht geben wollte. Und jetzt wird es wirklich schlimm, denn die beiden folterten und quälten die junge Frau so lange, bis sie ihre Geheimnisse schließlich preisgab. Jetzt hatten sie also die Rezepte für die wundervoll heilsamen Lebkuchen, doch die junge Frau drohte ihnen, sie anzuzeigen, wenn sie in die Stadt zurück käme. Weil die beiden Rezeptdiebe Angst vor der Strafe hatten, brachten sie die junge Frau um und verbrannten ihre Leiche in einem der Lebkuchenbacköfen.

Danach zogen sie wieder nach Nürnberg und fingen an, ihre Lebkuchen nach den Rezepten der jungen Frau zu backen. Und nun passierte etwas sehr Seltsames. Die Lebkuchen sahen zwar sehr lecker aus und dufteten auch vorzüglich, sie schmeckten aber wirklich grässlich und die meisten Leute, die sie aßen, wurden ziemlich krank, manche starben sogar. Jetzt waren es die beiden Lebkuchenbäcker, von denen die Menschen glaubten, sie wären eine Hexe und ein Zauberer, und kurz darauf wurden beide verhaftet. Was sie der jungen Frau angetan hatten, geschah jetzt mit ihnen selber, sie wurden so lange gefoltert, bis sie ihr schreckliches Geheimnis verrieten und den Mord gestanden. Natürlich gab es nicht nur eine Strafe für die beiden, sie wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt! 

Quelle: Zauberpower, Magische Hexentipps

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Das Interessante an der Geschichte ist, dass sich knapp 500 Jahre nachdem diese Geschichte angesiedelt ist, ein Forscher auf die Suche nach dem wahren Hänsel und Gretel Märchen machte. Dabei fand er alte Gerichtsakten, den Platz wo das Haus der jungen Frau stand und bei Ausgrabungen auch noch alte Steinöfen. Einer von ihnen enthielt ein halb verbranntes, weibliches Skelett…

Was haltet ihr von der Geschichte? Und seid ihr auch so interessiert an Original Märchen oder den wahren Geschichten dahinter, wie ich? Oder kennt ihr noch andere Geschichten wie diese?

Schreibt mir gern in die Kommentare 😉

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 15. April 2015 in Wicca und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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