Blogbattle no. 13 – Melancholie

Irgendwie tat ich mich anfangs ein wenig schwer mit dem Stichwort und das obwohl ich am Dienstag eine wunderbar melancholische Band im Blog vorgestellt habe. Ich bin auch nicht gerade ein melancholischer Mensch – oder zumindest nur selten. Und auch wenn der Gothic Szene immer wieder eine melancholische Stimmung nachgesagt wird, finde ich diese alles andere als melancholisch. Auch wenn die Beschäftigung mit Tabuthemen der Gesellschaft wie z.B. dem Tod durchaus nicht nur Klischees entspricht. Doch auch den Tod finde ich an sich nicht melancholisch.

Laut Wiki – und ja ich erwähn die Seite heute mal absichtlich – wurde der Begriff Melancholie im 20. Jahrhundert weitestgehend durch den Begriff Depression ersetzt. Toll! Noch ein Thema über das ich nicht schreiben will und kann. Super! Ich bin begeistert! Und was mir gerade noch auffällt: Ich habe bei diesem Thema noch nicht mal thematisch passende Trennlinien parat, sondern nur die standardmäßigen aus meinem Blog…

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So, jetzt habe ich mal genug genörgelt, denn Wiki hat mich auf auf eine Idee gebracht! Melancholie ist in der Kunst stark vertreten und ein großes Stilmittel in der Schauerromantik / schwarzen Romantik, von der ich ein großer Fan bin! Gerade Edgar Allan Poe hat es mir unter den Größen der Schauerromantik angetan. Ich denke zwar, dass der Großteil unter euch ihn kennen wird, aber für diejenigen, die dies nicht tun, hier eine kurze Zusammenfassung von seiner Person:

Edgar Allan Poe wurde am 19. Januar 1809 in Boston als Sohn zweier verarmter Wanderschauspieler geboren Der Vater verließ die Familie kurz nach der Geburt seines Sohnes und die Mutter starb 1811 an Tuberkulose. Der aus Schottland eingewanderte reiche Tabakhändler John Allan nahm den Jungen kurzerhand bei sich auch und so wurde aus Edgar Poe Edar Allen Poe. John Allan schickte den jungen Edgar in ein Internat und mit 17 Jahren begann Poe an der Universität von Virginia ein Studium der alten und neuen Sprachen. Jedoch fing er auch das Spielen an, was zu Konflikten zwischen ihm und seiner Pflegefamilie führte. Er verließ kurzerhand die Uni und seine Familie um 1827 auf eigenen Kosten seine erste Gedichtsammlung zu veröffentlichen.
Poe entwickelte eine zunehmende Abneigung gegen alles was mit Handel zu tun hatte, was seinen Pflegevater schwer traf. Als Versöhnungsversuch trat Poe 1830 in eine Offiziersschule ein, die er jedoch kurz darauf wegen Befehlsverweigerung wieder verlassen musste.

1833 gewann Poe mit der Geschichte Manuskriptfund in einer Flasche einen Preis, der ihm einen Namen verlieh in der literarischen Szene Baltimores, was für ihn ein Karrierestart bedeutete, denn schon bald darauf wurde er als scharfer Kritiker verschiedenster Zeitschriften bekannt, für die er nun als Resigeur arbeitete. 1835 heiratete er seine dreizehnjährige, kränkliche Cousine Virginia Clemm, die ihn in vielen seiner Frauenfiguren als Vorbild diente. Diese verstarb im Januar 1847 wie Poes Mutter ebenfalls an Tuberkulose. Nur wenigie Jahre darauf verstarb auch Poe nach längerem Delirium in einem Boltimorer Krankenhaus am 7. Oktober 1849.

Zu Lebzeiten blieb für ihn ein Kommerzieller Erfolg verwehrt, denn erst nach seinem Tod sind seine Werke anerkannt und geliebt worden.

Quelle: Unheimliche Geschichten

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Fragt ihr euch nun, woher diese bildliche Darstellung Poes kommt? Nun, die ist gezeichnet von Benjamin Lacombe, der die Illustration zu dem Buch, welches die Quelle des Textes über Poe ist, beisteuerte. Auch er ist ein großartiger Künstler der Schauerromantik, denn diese muss nicht immer schriftlich, sondern kann auch bildlich umgesetzt werden. Seine Bilder strahlen auch gern mal eine melancholische Stimmung aus – was ja nun wieder perfekt zum heutigen Thema passt ^.~

Auch von ihm gibt es einen kurzen biografischen Text in „Unheimliche Geschichten“:

Der französische Autor und Illustrator wird am 12 Juli 1982 in Paris geboren. 2001 beginnt er ein Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Art Décoratifs (ENSAD) in Paris. Neben dem Studium arbeitet er für die Werbung, macht Animationen und bringt mit 19 Jahren seien ersten Comic-Band heraus. Außerdem erscheinen einige von ihm illustrierte Bücher.

Sein Studien-Abschlussprolekt, Ceruse Griotte, das er als Autor und Illustrator verantwortet, wird sein erstes Jugendbuch und erscheint bei Seuil Jeunesse im März 2006. In dem darauffolgenden Jahr wird es in den USA von Walker Books veröffentlicht und vom rennomierten Tune Magazine als eines der zehn besten Jugendbücher des Jahres 2007, in den USA ausgezeichnet.

Seitdem hat Benjamin zahlreiche Bücher und illustriert. Einige von ihnen, darunter der bemerkenswerte Doppelband Généalogie d’une sorcière, wurden in mehreren Sprachen übersetzt. Die deusche Ausgabe (Lisabeth und das Erbe der Hexen) erschien im Verlagshaus Jacoby & Stuart. Lacombe hat for Albin Michael, Barefoot Books (USA), Edelvives (Spanien), Hemingway Korea (Korea), Milan,Milo, Sarbacane, Soleil und Walker Books (USA) gearbeitet und natürlich für Seuil Jeunesse, wo die meisten seiner Bücher erschienen sind.

Benjamin stellt seine Arbeiten regelmäßi aus. Unter anderem wurden seine Werke in fogenden Galerien gezeigt: At Hore Art (New York), L’Art de rien (Paris), Dorothy Circus (Rom) und Maruzen (Tokyo). Benjamin lebt und arbeitet in Paris, mit seinem Hund Virgile, der sich immer wieder in seine Bilder einschleicht.

Quelle: Unheimliche Geschichten

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In der englischen Version des Buches Unheimliche Geschichten gibt es anscheinend auch die Geschichte der Ligeia mit passenden Illustrationen (wie man in diesem englischsprachigen Blog sehen kann). Diese Geschichte ist in der deutschen Variante leider nicht in diesem wunderschönen Buch enthalten, und das obwohl Lacombes Darstellung der Ligeia wirklich schön ist.

Zu dieser Geschichte gibt es nebenbei bemerkt auch andere Adaptionen und Darstellungen – z.B. als filmische Umsetzung. Dabei sind mir 2 bekannt, nämlich eine Umsetzung von 1964 und eine von 2009. Inhaltlich sind sie sich ähnlich – haben sie ja beide Poes Werk als Vorlage – jedoch nicht gleich. Und um mal einen Bekannten zu zitieren:

Der Film von 2009  ist nicht verkehrt, hat aber wenig mit der Geschichte zu tun, und als passionierter Poeleser bevorzuge ich Vincent Price.

Das sehe ich ganz genau so. Denn Price in der Rolle von Lord Verden Fell ist echt überzeugend! Und im Gegensatz zu der 2009er Variante Professor Jonathan Merrick (gespielt von Wes Bentley), stirbt dieser was dem Film ein schön melancholisches Ende gibt. Und wo wir schon bei den Unterschieden sind: Am Anfang der älteren Variante begräbt der Lord seine verstobene Frau Ligeia und lernt dann Rowena kennen, die von dem Geist Ligeias genauso terrorisiert wird wie der Lord.

In der neuen Variante, ist der Professor mit Rowena verlobt und betrügt sie mit Ligeia, die wiederum selbst mit Seelen und schwarzer Magie hantiert und es so schafft Merrick für sich zu gewinnen. Als dieser versucht aus ihrem Bann zu fliehen, stürzt sie zu Tode. Jedoch gehörte das zu ihrem Plan um als Geist von Rowena Besitz zu ergreifen… dieser Punkt, sowie die Vornamen der beiden Frauen stimmt dann mal wieder überein in den beiden Filmen.

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So und zu guter Letzt hier noch eine schön melancholische und musikalische Umsetzung von Ligeia:

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Jetzt solls aber auch mal gut sein, schließlich ist dies hier einer meiner längsten Blogeinträge überhaut… und bevor ich es vergesse, das Stichwort für den nächsten Blogbattle lautet: Gift. Und nun zu den Beiträgen meiner Mitstreiter:

Dark Lord
– Schakal
– Wetterschaf
– Sebastian
– Mary
– Chelsea
– Justine
– DychterFyrst (setzt auf unbestimmte Zeit aus)

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 26. April 2015 in Bücher, BlogBattle, Filme und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Schön beschrieben aber dieses Mal fehlt mir dieser Funken …
    eine 2 😉
    Das neue Thema ist super!!!!

  2. Hmm. Ein netter Aufsatz, wenn auch mit dem einen oder anderen Tippfehler, aber leider ohne – Melancholie. Deswegen Punktabzug und am Ende eine 3.

  3. Gut und informativ geschrieben, doch ist es mir etwas zu sehr am Thema vorbei. Daher heute nur eine 3 von mir.

  4. Mir fehlt hier ein bisschen sehr die Melancholie… Daher nur eine 3, auch wenn der Beitrag an sich informativ war.

  5. Ich fand da schon sehr viel Melancholie, allein der Hinweis auf Mister Poe – der ein Klassiker in Sachen Melancholie ist, passte mir sehr gut. 1, setzen.

  6. Ein sehr informativer Eintrag, bzw eine Informationssammlung über melancholische Bekanntheiten: 2-

  1. Pingback: Das Ende vom Blogbattle | the music box of a morbid wonderland

  2. Pingback: 6. Türchen: Lieblingsautor | the music box of a morbid wonderland

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