Shintoismus in Japan Teil 1

Ich erwähnte es schon mehrmals: Ich habe von der in Deutschland vorherrschenden Religion, dem Christentum kaum eine Ahnung. Auch mit anderen Religionen kenne ich mich nicht perfekt aus und meine allgemeine Meinung zum Thema Religion wird noch folgen, doch um mich ein wenig mehr mit dem mir unliebsamen Thema zu befassen, verbinde ich es für den Anfang mit einem Thema bzw. Land das ich liebe: Japan.

Zugegeben das Christentum ist wenig verbreitet in Japan, dafür aber der Buddhismus und Shintoismus umso mehr. Letzterem widme ich mich hier etwas genauer, da diese Glaubensform außerhalb Japans kaum bekannt ist.

Unter dem Begriff „Shinto“, wörtlich übersetzt „Weg der Götter„, fasst man die religiöse Vorstellungswelt im vorbuddhistischen Japan zusammen. Der Begriffs Zusatz „Ismus“ bekam der Shintoismus erst durch den Einfluss und die Rivalität mit den Buddhismus. Der Shintoismus verbindet animistische Vorstellungen – also die mündliche Weitergabe des Glaubens – mit denen eines ausgeprägten Ahnenkults.  Daher ist es nicht verwunderlich, dass jede Naturerscheinung einem Kami (einer Gottheit) zugeschrieben wird, aber ebenso die Verstorbenen nach dem Tod selbst zu Kami werden können. Die beiden Vorstellungen überlagerten sich mit der Zeit und so wurden die Kami mit der Zeit immer mehr vermenschlicht. So spiegelt die „himmlische Gesellschaft“ genau die herachiesche Ordnung wieder und der Kaiser führt (oder führte) seine Macht direkt auf die Sonnengöttin Amaterasu zurück, die an der obersten Position in der himmlischen Herrschaftsordnung steht.

Die Geschichte des Shinto beginnt ähnlich wie die Bibel mit einer Schöpfungsgeschichte: Am Anfang war das Chaos, aus dem diese Welt entstand. Aber anders als in der Bibel ist nicht ein Gott für die Schöpfung der Welt verantwortlich, sondern existieren von Anfang an mehrere Götter, dessen dieses zuzuschreiben ist.

Genauer gesagt wurden Izanagi und seine Schwester Izanami unter  und von den Göttern auserwählt die Welt zu schaffen. Izanagi bekam für diese Aufgabe einen Juwelenbesetzen Speer, mit dem er ins Meer stach und so die Salze aufrüttelte. Beim herausziehen des Speeres blieben einzelne Brocken daran hängen, die Izanagi zurück ins Meer schüttelte. So entstand die heilige Insel Onogoro , die zwischen zwei Hauptinseln des heutigen Japans (Honshu und Shikoku) liegt.

Izanagi und Izanami ließen sich auf diese Insel nieder und errichteten ein Haus. Dabei beobachteten sie zwei Bachstelzen, bei der Paarung und wollten es ihnen gleichtun. Dazu gingen die beiden in entgegengesetzt Richtung um das Haus herum. Als sie auf der Rückseite aufeinander trafen vereinigten sie sich miteinander und zeugten so ein Kind. Dieses war jedoch missgebildet und so setzte Izanami das Kind aus und zog sich in den Himmel zurück.

Dort erklärten ihr die Götter, dass sie als sie Izanagi hinter dem Haus traf nicht zuerst hätte sprechen dürfen. Und so ging sie abermals auf die Erde hinab, ging ums Haus herum und überließ Izanagi das Wort. Sie vereinigten sich in dieser Weise wieder und wieder und zeugten so viele gesunde Kinder. Izanami gebärt so nicht nur die Gottheiten, sondern auch die wichtigsten japanischen Inseln sowie die Naturgewalten Feuer und Wind.

Wie man sehen kann, ist im Shintoismus die Geburt gleichgesetzt mit der Schöpfung, weshalb sie bis heute etwas heiliges ist. Anders als in der biblischen Schöpfungsgeschichte, in der Adam und Eva sich mit Schuld beladen und aus dem Paradies verbannt werden, fehlt die Schuld in der japanischen Schöpfungsgeschichte völlig.

Diese endet vorerst mit der Geburt des Feuergottes, bei der Izanami schwere Verbrennungen erleidet und aufgrund der Schwere dieser verstirbt. Izanagi ist daraufhin so erzürnt, dass er kurzerhand den Feuergott tötet und sich auf den Weg in die Unterwelt macht um seine geliebte Izanami wieder zu erlangen…

wie die Schöpfungsgeschichte weitergeht, erzähle ich euch im zweiten Teil zum Shintoismus in Japan.

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 18. Mai 2015 in Japan und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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