Dienstagsgedudel: D’espairsRay (ディスパーズレイ)

Die Band die ich euch heute vorstelle, habe ich auch schon des öfteren in der J-Rock Challenge im Blog erwähnt und auch wenn sie sich gezwungener Maßen trennen musste, ist D’espairsRay eine der wichtigsten Wegbegleiter für mich – denn sie haben maßgeblich meinen Musikgeschmack mit beeinflusst. Da diese Band außerdem zu meinen absoluten Favoriten gehört, gibt es heute auch einen sehr ausführlichen Beitrag zur Bandgeschichte und einiges an Song Beispielen – also viel Spaß beim Lesen!

Diese Band bestand für die schnelllebige (japanische) Musikszene relativ lang und hat seit ihrer Gründung im September 1999 nicht einmal ihre Besetzung verändert. Das Hizumi (Gesang), Karyu (Gitarre), Zero (Bass) und Tsukasa (Schlagzeug) dies geschafft haben, ist eine der vielen Besonderheiten der Band.  Wie ihr anhand einiger, im Beitrag eingebauter, Beispiele sehen werdet, hat sich D’espairsRay musikalisch im Lauf der Jahre stark gewandelt. Vom anfänglichen Industrial Goth-Rock haben sie inzwischen eine vielschichtige Musikrichtung entwickelt. Dabei mischten sie verschiedene Stile wie American Nu-Metal und Industrial Metal. Dabei setzte die Band in ihren neueren Werken  sehr viel auf Melodie, abgewechselt mit härteren Sachen bis hin zu einem leichten Pop-Rock Anteil.

D’esparsRay startete gleich zu Anfang als Visual Kei Band durch und das obwohl ihr erster Auftritt nur von 10 Leuten gesehen wurde. Trotz dem eher schlichten Start kam das Demotape Ao, welches sie im Dezember 1999 veröffentlichten, gut an. 2000 ging es weiter, mit 2 Demotapes im Januar und im September. Einen Monat nach ihrer letzten Demo erschien die erste Single Kumo im Oktober. Die knapp 1000 CDs waren schnell ausverkauft, was ihnen die nötige Unterstützung für ihre erste Maxi-Single einbrachte. Diese erschien im April 2001 und hieß Genwaku. Highlight des Jahres war mit auch ihr erstes, selbst organisiertes Konzert namens: [D]eep69[R]ed in der Takadanobaba Arena. Nur einem Monat später im Juli folgte das Mini-Album -Terrors-.

2002 ging es auf ihre erste Tour mit insgesamt 9 Konzerten. Kurz darauf vertauschten sie zum Spaß die Rollen. Karyu sang, Hirumi spielte Bass, Zero Gitarre, nur Tsukasa blieb am Schlagzeug. In der „Besetzung“ erschien im gleichen Jahr die Single Sexual Beast, für die auf Grund der der großen Nachfrage nachträglich 2000 Tonträger gepresst werden mussten.

Zum Jahreswechsel 02/03 hatte die Band eine gefährliche Krise, denn es wurde mit dem Gedanken gespielt, sich aufzulösen. Grund war die Uneinigkeit der Band, in welche Richtung ihr Musikstil sich künftig entwickeln sollte. Die Band wollte einen neuen Weg einschlagen, wollte die Fans damit aber auch nicht verschrecken. Aus diesem Grund wurde Januar 2003 eine „geheime CD“ veröffentlicht. Diese hatte nur ein namenloses Lied, enthielt auch keine Besonderen Merkmale, wer sie geschrieben hat oder wie die Band hieß. Auf dem Cover befanden sich nämlich nur Fragezeichen. Die CD war ein Test, wie die Fans die angestrebte Musikrichtung von D’espairsRay aufnehmen würden und darum wurde die Single auf den Konzerten der Band kostenlos verteilt. Erst später bekam diese offiziell den Namen Maverick und wurde im Februar 2003 neu veröffentlicht. Die CD war so schnell ausverkauft, dass sie schon im März neu aufgelegt werden musste.

Es folgten weitere Veröffentlichungen und zahlreiche Auftritte. Eine neue Tour wurde im Juli gestartet und D’espairsRay waren auch immer häufiger auf bekannten und namenhaften Visual Kei Events dabei. Im November 2003 folgte ihre Single Gärnet, welche Platz 1 der Indie-Oricon Charts stürmte – und nebenbei erwähnt eines meiner Lieblingslieder ist. Auf der Single war auch der Song Marry of the blood, ebenfalls einer meiner liebsten Lieder.

April 2004 folgte von den Fans das lang erwartete neue Mini-Album Born, welches mit einer DVD mitgeliefert wurde. Auch diese CD musste wegen starker Nachfrage später nochmal nachgedruckt werden. Es folgten mehrere Konzerte wobei einige der Höhepunkte für die Fans die ersten Konzerte in Europa, genauer gesagt Berlin und Paris im Oktober 2004, waren.

2005 erschien dann das erste „große“ Album Coll:set. Mit diesem Album hatten sie auf ganzer Linie Erfolg und kann deshalb als Wendepunkt in der Karriere der Gruppe betrachtet werden. Auf einmal wurde Gärnet für Werbezwecke genutzt und es folgten sehr erfolgreiche Konzerte in Amerika, Deutschland und Frankreich. Dadurch konnte die Band 2006 dann endgültig internationalen Erfolg verbuchen. Im Januar erschien das Debütalbum auf dem europäischen Markt und Ende des Jahres folgte auch eine lang ersehnte Europatour.

Nun kam vieles Schlag auf Schlag, bis Ende 2008 veröffentlichten sie eine neue Maxi-Single, mehrere Singles, waren mit MUCC auf Tour und spielten mit X-Japan, Dir en Grey und Luna Sea (diese Bands waren schon damals echte Ikonen/Größen in der Visual Kei Szene). Außerdem brachten sie ihr zweites Album Mirror heraus. Ein Jahr später – 2009 – erschien ihr drittes Album, Redeemer. Von da an gehörte D’espairsRay zu den großen Major-Bands. Die neue Tour: „Psychedelic Parade in Europe 2009 Tour“ führte die Band von Japan, durch Amerika und Europa bis hin nach Moskau, die erste russische Stadt, die D’espairsRay besuchte.

Nach der Tour erschien im September 2009 ihre Single Final Call, welche Platz 16 der Oricon Charts erreichte. Außerdem gab es Ende des Jahres ihr erstes Best-Of-Album, gefolgt von der Single Love is Dead im April 2010. Mit der Single kam auch eine groß angelegte Welttournee: „Human-clad Monsters“, durch Japan, Europa und Amerika. Vor der Tour erschien noch das Album Monsters, im Juli 2010.

D’espairsRay schien nichts aufhalten zu können, bis am 21. September 2010 bekannt gegeben wurde, dass die Band eine Zwangspause einlegen muss. Hizumi, der Sänger der Band, hat schon seit längerem Stimmprobleme. Er suchte seit geraumer Zeit eine passende Therapie, er bat sogar seine Fans, Ideen für eine 100% Heilung ans Management weiterzuleiten. Während dieser Pause kam noch einmal ein Best-Of Album, mit dem Titel Antique heraus und danach wurde es endgültig still um die Band, denn trotz der Tatsache, dass sich die Band größte Mühe mit Hzumis Genesung gab, gaben sie im Juni 2011 Zeit die endgültige Trennung bekannt. Der Grund der Trennung lag auf der Hand und wurde auch von offizieller Seite so an die Fans getragen:

Da Hizumi auf absehbare Zeit nicht gesund sein wird, gibt er die anderen Bandmitglieder „frei“ und lässt sie weiter auf ihre Weise Musik machen.

Nach einer Sessionband sind inzwischen ZERO und Tsukasa in der neuen Band THE MICRO HEAD 4N’S aufgetaucht. Aber auch Hizumi ist aktiv und wenn nicht als Musiker, so doch als Künstler. Er hat inzwischen ein Projekt ins Leben gerufen, wo er selbst designte Motive z.B. für Websites, Dinge des täglichen Gebrauchs oder aber auch für Kleidung anbietet. Zu diesem Projekt gibt es auf der Seite JaMe Germany auch ein kleines Interview zu lesen. Doch auch wenn sie nun getrennte Wege gehen, so verbindet doch alle 4 eine außergewöhnliche Karriere, die 10 Jahre lang das Leben jedes einzelnen geprägt haben dürfte.

Was mich außer der Musik so an D’espairsRay faszinierte, war  ihr von Anfang an düstere Auftreten. Dies war viel düsterer als das andere Visual Kei Bands. Sie bestachen durch Lackleder Kleidung, dunklem Make-Up und verschiedenfarbigen Kontaktlinsen. Bis 2001 waren ihre Haare zudem auch noch auffällig gefärbt. Wer mich kennt, der weis also spätestens jetzt, wo mein Fabel für bunte und ausgefallene Frisuren her kommt ^.~

Und wie ich ja bereits zu Anfang geschrieben habe, ist dieser Beitrag heute mit einigen musikalischen Beispielen durchsetzt. All diese Lieder zeigen nicht nur den Werdegang der Band, sondern u.a. auch meine Lieblingslieder. Mein absoluter Favorit unter den ganzen Songs, ist allerdings Born aus dem bereits erwähnten, gleichnamigen Mini-Album:

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 9. Juni 2015 in Japan, Musik und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 3 Kommentare.

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