Dracula

Ja, ich habe mal wieder einen Dacula Film am Wickel, dieses Mal aus dem Jahre 2006. Bei der gefühlt tausendste Adaption des gleichnamigen Romans von Bram Stoker, führte Bill Eagles Regie. Das macht diesen Film aber nicht gleich zu einem der schlechtesten einer aller Dracula Filme – im Gegenteil. Da eigentlich jeder inzwischen wissen sollte, worum es in Stokers Dracula geht, werde ich nicht noch einmal die Geschichte hier durchkauen, sondern direkt mit dem Film weiter machen.

Es stellt sich nämlich zu aller erst die Frage: Wozu braucht man eigentlich noch einen Film über den bleichen Herrn mit den langen Beißerchen, nachdem sich doch bereits so illustre Herrschaften wie F.W. Murnau, Tod Browning, Terence Fisher, John Badham, Werner Herzog oder F.F. Coppola sich an dem Stoff abgemüht haben – nur um mal ein paar Namen derer in den Topf zu werfen – jeweils mal mehr, mal weniger eng an der Vorlage und freilich auch mit sehr unterschiedlichen Resultaten?
Nun ob man einen solchen Film wirklich braucht oder nicht ist eigentlich gar nicht die Frage, denn für mich sind die Filme, die auf den Roman basieren zunähst erstmal gutes Material für eine Bewertung ^^

Außerdem muss das Thema ja doch immer noch aktuell sein, denn es gibt immer Menschen wie mich. Gut, dann fangen wir doch mal an. Der vorliegende Film wurde im Auftrag des BBC gedreht und spätestens seit der Serie Doctor Who weis ich, dass das nicht schlecht werden kann. Jedoch ist somit auch klar, dass der Film fürs Fernsehen und nicht fürs Kino produziert wurde. Ist das nun negativ zu bewerten? Nein, im Gegenteil! Zum einen entzieht sich eine solche Produktion (zumindest in gewisser Weise) dem kommerziellen Druck, dem ein potenzieller Multiplex-Blockbuster zwangsläufig unterliegen muss, was wiederum bedeutet, man bleibt von eher nerviger, überfüllter Action und digitalem Schnick Schnack weitestgehend verschont.

Eines der Hauptkriterien in einem Dracula Film der heutigen Zeit: Wer spielt den Dracula?

Und da haben wir eine weitere Parallele zu Doctor Who, denn die Rolle des Dracula bekam kein anderer als Marc Warren. Dieser hatte im gleichen Jahr nämlich in der Doctor Who Folge „Love & Monster“ einen nicht unwichtigen Gastauftritt. Anders als dort trägt Warren im Dacula Film eine dunkelhaarige Perücke, was ihm einen, für Dracula eher ungewohnt, dandyhaften Look verleiht. Neben den kleinen Abweichungen zur Vorlage bietet dies eine weitere, erfrischende Note.

Die Abweichungen sind Folgende: Der junge Lord Holmwood ist an Syphilis erkrankt und da er nicht will, das seine Verlobte oder sonst noch jemand davon erwähnt, sorgt er heimlich dafür, das die Reise des Grafen sowie seine Unterkunft in London gesichert sind. Jonathan Harker, der im Roman eine der wichtigsten Personen ist, kommt in diesem Film nicht lebend von seinem Karpatentrip zurück.

Auch den Verrückten Renfield gibt es nicht, dafür aber eine Sekte die Dracula verehrt und Van Hellsing sehr lange gefangen hält, weil er eben die perfekte Waffe gegen Dracula selbst ist.  Da Harker nun nicht – wie in anderen Filmen und dem Roman – an Van Hellsings Seite stehen kann, nimmt überraschender Weise Dr. Seward, der ja in vielen Verfilmungen höchstens in der zweiten Reihe wirkte, den Platz als jungen Helden ein.

Alles in allem fängt der Film zwar an wie eine X-beliebige Dracula Adaption, doch man merkt schnell, dass der Drehbuchautor es zusammen mit dem Regisseur geschafft hat den Roman aus einer ganz anderen Sicht zu erzählen.

Leider habe ich keinen Trailer zu dem Film gefunden, was wohl daran liegen könnte, dass er niemals auf der großen Leinwand lief. Trotzdem kann ich ihn aber für zwischendurch gern einmal empfehlen. Ich habe auch schon gesehen, das es auf YouTube aktuell auch eine deutsche Komplettfassung des Films gibt… aber das sei dieses Mal nur nebenbei erwähnt.

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 17. September 2015 in Filme und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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