Das „kleine Fest“ des Herbstes: Mabon

Ich denke mal diejenigen unter euch, die sich mit dem Wicca Kalender bzw. dem keltischen Kalender auseinander gesetzt haben, werden die 4 großen Feste Samhain (31. Oktober/1. November), Imbolc (2. Februar), Beltane (30. April/ 1. Mai) und Lammas (2. August) etwas sagen. Klar ist auch das Fest der Göttin Ostara, dank Ostern, sehr bekannt.

Doch kaum einer scheint das Fest Mabon zu kennen. Jedenfalls findet sich zu diesem Fest nur sehr wenig in Esoterik Büchern und auch einschlägige Webseiten bezeichnen diesen Tag als eher unwichtigen Feiertag des Kalenders.

Für mich jedoch ist jeder Feiertag ein wichtiger Tag, auch wenn ich den vier großen ein wenig mehr Aufmerksamkeit einräume. Außerdem spricht die Adaption der Kirche, in Form vom Erntedank Fest, eher gegen die Unwichtigkeit des Festes Mabon. In wie weit wir hier also von einem „kleinen Fest“ reden können, bleibt jedem selbst überlassen.

Denn Mabon ist auch bekannt als Herbst-Tagundnachtgleiche und diese markiert – wie viele von euch wissen – das Ende der Erntezeit. Schon vor der Adaption der Kirche war dies ein Anlass Göttinnen und Göttern zu gedenken und ihnen zu danken. Für die Gaben, die uns die Natur geschenkt hat. Viele Wicca nehmen diesen Tag zum Anlass um Rituale für Schutz, Treue, Gesundheit und inneres Gleichgewicht zu zelebrieren.

Wann die Herbst-Tagundnachtgleiche allerdings nun genau gefeiert wird, herrscht einige Unklarheit. Einige nehmen den 21. September zum Feiern, da dieser gut in das Muster der Sonnenfeste passt, die sonst alle um den 21. eines Monats herum stattfinden. Die astronomische Tag-und-Nacht-Gleiche des Herbstes und somit auch der offizielle Herbstanfang findet jedoch meistens erst am 23. September statt.

Ich selbst feiere Mabon meist eher um den 23. September herum, aber es kann auch mal sein, dass ich am 21. meine kleinen Rituale abhalte, wenn der Tag zum Beispiel günstig platziert auf einem freien Tag und/oder Wochenende liegt.

Ähnlich wie über den Zeitpunkt des Herbstfestes herrscht auch über seinen Namen Unklarheit.
Lange Zeit wurde dieses Fest schlicht als Äquinoktium bzw. als Herbst-Tagundnachtgleiche bezeichnet. Erst in den 1970er Jahren hat sich der Name Mabon durch gesetzt, da dieser sich vom Klang her gut in die anderen Hexenfeiertage einfügt.

In einigen, wenigen Fällen scheint dieses Fest aber auch „Alban Elved“ genannt, passend zu zu „Alban Eiler“ für die Frühlings-Tagundnachtgleiche, „Alban Hefyn“ für die Sommersonnenwende und „Alban Arthan“ für die Wintersonnenwende. Zumindest habe ich davon so gelesen, kennen tue ich keinen der das Fest so nennt…

Da wir ja nun in den Herbst übergehen und die Tee- und Marmeladenzeit beginnt, eignet sich für Mabon ein wenig „Küchenarbeit“. So kann man sich zum Beispiel mit Freunden zum gemeinsamen Marmelade kochen treffen. Jeder kann dafür ein paar Beeren mitbringen, oder man erntet das was einem die Natur zur Verfügung stellt.

Was z.B. nur wenige wissen ist die Tatsache, dass man aus Vogelbeeren leckere Muse und Marmeladen kochen kann. Denn der darin enthaltene Giftstoff wird durchs Kochen zerstört. Ein paar Hagebutten und wer mag noch etwas Zitrone dazu und schon hat man eine wohlschmeckende, herbe und vitaminreiche Leckerei fürs Brot. Auch das Brot kann man gemeinsam zubereiten.

Nach getaner Arbeit kann man sich ein gemütliches Plätzchen suchen. Wenn das Wetter mitspielt kann man ein gemeinsames Picknick im freien veranstalten. Mit Wein (oder Traubensaft) Nüssen, Äpfeln, Pilzen, Brot und Marmelade im Gepäck – oder was man sonst noch so mitnehmen mag.

Ihr seht, Mabon zu feiern lohnt sich am besten am Wochenende oder an freien Tagen.

Wer – wie ich dieses Jahr – aber mal allein feiern möchte, dem empfehle ich zu einem ausgedehnten Spaziergang. Nutzt die Zeit um euch um euch zu fragen, wie das Jahr bislang gelaufen ist, welche Ziele ihr erreicht habt und welche noch offen sind. Für die Wicca beginnt nämlich bald das neue Jahr und nun ist die richtige Zeit für ein kleines Resümee.

Man kann auch, wie bereits weiter oben angesprochen die Zeit für ein Ritual nutzen…bat_bar
Ich hoffe damit habe ich auch dem Wunsch genüge getan, der an mich heran getragen wurde: Nämlich mal ein paar Beispiele zu geben, wie ich die Wicca Feste begehe. Zu den Ritualen werde ich mich jetzt im einzelnen nicht äußern, denn das ist ein ganz eigenes Thema.

In diesem Sinne blessed Mabon!

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 23. September 2015 in Wicca und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Oha, siehste mal, danke, dass du es mir in Erinnerung bringst. Es gibt wohl Hinweise verschiedener Art, aber man findet es wirklich selten. Es schwebte mir noch teilweise durchs Oberstübchen, aber immerhin kann ich nicht nur mit dem Namen etwas anfangen, sondern weiß sogar noch den Zeitraum 😉 Mal wieder etwas zu schnüffeln …

  2. OK, den Feiertag kannte ich noch nicht. Danke für das Näherbringen 🙂

  1. Pingback: Tanze ums Feuer zu Beltane! | the music box of a morbid wonderland

  2. Pingback: Huldige der Sonne, Begrüße das Leben! Mit Lughnasadh! | the music box of a morbid wonderland

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