Woher kommen die Engel wirklich?

Zugegeben der Titel ist fast schon geklaut, denn als ich im im Juli den Beitrag „Woher kommen eigentlich die Engel?“ bei Dark Lord las, klingelte es bei mir im Oberstübchen. Nicht wegen der Diskussion von Luzifer und Gott und auch nicht bei der Schlussfolgerung, dass Gott ein sadistisches Arschloch ist und kurzerhand ein paar Aliens versklavt hat.

Nein, bereits der Titel des Eintrags kam mir bekannt vor…

Nun habe ich kürzlich die alte Astrologie Zeitschriftensammlung meiner Mom von 1998 durchblättert und bin auf einen Artikel gestoßen, der genau diesen Titel trug. Das war es also, woran ich mich erinnerte!

Besagter Artikel geht das Thema Engel sehr sachlich an – soweit man das in Zusammenhang mit der Bibel sagen kann – und fängt zuerst einmal an die Herkunft des Wortes auf zu schlüsseln. Dieses kann man nämlich von dem griechischen Wort angelos, also göttlicher Bote, herleiten. Angelos wiederum kann man auf einen noch älteren hebräischen Begriff, nämlich Malach zurückführen. Dieser Begriff scheint bereits 1000 v. Chr. in Gebrauch gewesen zu sein und kann ebenfalls mit „Bote“ übersetzt werden.

Geht man ein wenig auf biblische Geschehnisse ein, so soll im 5. Jahrhundert v. Chr. der Prophet Malachi, der die Ankunft eines weiteren biblischen Propheten, Elias (sein Name bedeutet „der Tag Gottes“), voraussagte, erschienen sein. Aufgrund dieser Textstelle der Bibel verstanden die Menschen unter dem Begriff angelos bald eine Art Vermittler zwischen Himmel und Erde.

Interessanterweise heißt Buffys Freund, der selbst ein Vampir ist, aus der Serie „Buffy – im Bann der Dämonen“ Angel und war laut alten Überlieferungen kurz nach seiner Verwandlung in einen Vampir unter dem Namen Angelos als der schlimmste und grausamste aller Vampire bekannt… ich möchte also mal in den Raum werfen, das die Serie da einfach mal die biblischen Überlieferungen aufs Korn genommen hat!

Aber nicht nur die Bibel hat etwas zum Thema Engel zu sagen. Die gleiche Symbolik trifft nämlich auch auf den griechischen Gott Hermes zu, der in der Mythologie zwischen Göttern und Menschen eine Vermittlerrolle spielte. Er galt außerdem noch als Sinnbild der Intelligenz, des Geistes und der Genies. Doch all das reicht nicht aus, um die Tatsache zu erklären, warum die Menschen begonnen haben, Engel aufgrund ihrer Tugenden und Kräfte um Schutz, Hilfe und Trost zu bitten.

Um das zu verstehen, muss man in das 5. vorchristliche Jahrhundert zurückgehen, als im heutigen Iran der Prophet Zarathustra lebte. Dieser gründete um diese Zeit herum eine neue Religion, die nach ihm benannt wurde. Sie basierte auf einer Synthese der indischen , griechischen und nahöstlichen Religionskulturen.

Laut Zarathustra ist das Schicksal das herrschende Prinzip des Universums, nach dem sich alles Leben auszurichten hat. Dieses Schicksal beruht auf einer alles beherrschende Weisheit, eines innewohnen Willens, die eine schlafende bis zerstörerische Kraft haben.

Außer den Hebräern, die an einen einzigen Gott glaubten, besaßen alle anderen damaligen Kulturen viele Götter mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und unterschiedlichem Einfluss auf das Leben und die Natur.

Zarathustra kam auf die begnadete Idee, alle diese Götter in seine Religion einzubinden. Er machte sie zu Beschützern und Herrschern über die Elemente, die Geheimnisse des irdischen Lebens und des Schicksals von Völkern und Menschen. Mit anderen Worten werden hier die einzelnen Götter zu Schutzherren über das Schicksal der Elemente, der Pflanzen, der Tiere und der Menschen.

Anhand dieser Religion wird deutlich wie die Vorstellung des einen Gott und seinen Engeln entstanden sein könnte.

Anfang des 6. Jahrhunderts n. Chr. schuf der bekannte, syrischer Mönch Dionysius, von jüdischen, christlichen und zoroastrischen Lehren inspiriert und von griechischen Philosophen beeinflusst, eine himmlische Hierarchie, eine Welt der Engel auf neuen Ebenen. Diese Hierarchie wurde wiederum in den christlichen Glauben integriert und spielte im Mittelalter, bis hinein in die Renaissance, eine wichtige Rolle.

Laut Dionysius bestand die himmlische Hierarchie aus neun Sphären/ Chören von jeweils 8 Engeln: Seraphim, Cherubim, Herrschaften, Mächten, Tugenden, Fürstentümer, Erzengel und Engel. Sich dieser Struktur bedienend brachten die Astrologen der Renaissance alle 72 Engel der himmlischen Hierarchie entlang des Tierkreises unter, der schon damals in einer 360° Ansicht dargestellt worden ist. Diesem Vorgehen schenkte man aber bis ins 16. Jahrhundert kaum Interesse und auch das allgemeine Interesse an Engeln nahm rapide ab.

Erst Mitte des 16. Jahrhundert lebte das Interesse an Engeln wieder auf, es entwickelte sich daraus sogar ein regelrechter Kult,der bis heute unter vielen Menschen verbreitet ist. Wie sonst könnte man erklären, dass im Bereich der Esoterik Bücher gerade Werke zum Thema Engelsmeditation und ähnlichem mitunter am gefragtesten sind.

So, das wäre jetzt das, was ich von oben erwähnten Artikel gelernt habe. Wie immer muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich was den biblischen Teil angeht, keine Ahnung habe ob das so stimmt.

Außerdem ist das Ganze Engel-Thema eigentlich gar nicht so meins. Denn meinetwegen könnt ihr es schlechtes Karma nennen, aber wenn ich an einer Figur eines Engels vorbei gehe, diese mir runter fällt oder ich sie auch nur berühre, trennt sich meistens der Kopf vom Rest des Körpers. Und das so fein säuberlich, dass es den Anschein hat jemand hätte absichtlich den Kopf entfernt…

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 26. September 2015, in Wicca. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Höhö … Die Engel. Wie du ja weißt, betrachte ich die Bibel, dieses heilige Buch als das was es ist: Eine Sammlung von Schriften, zudem unvollständig, die von „Hören-Sagen“-Sagen irgendwelcher Propheten niedergeschrieben wurden. Immerhin hat Konstantin und sein Council darüber bestimmt, was aufgenommen wurde und was nicht, so dass die Bibel nicht mehr als nur ein Fünkchen des tatsächlichen Glaubens ist. Also können wir bei der Suche nach der Herkunft der Engel die Bibel getrost komplett beiseite lassen und uns durch die Schriften wühlen, die allgemein hin unter dem Namen Apokryphen bekannt sind. Und die sind erst wirklich interessant und geben tiefere Einblicke in dás Verständnis für diese Religion.

    Nicht desto trotz ist das sowieso nebensächlich, wenn man mehr dem Gaia-Glauben, älter als das Chrtistentum, anhängt, in dem die Götter in allem wohnen, was kreucht und fleucht …

    Aber interessant ist dein kleiner Ausflug allemal, danke dafür und für die Erweiterung des Horizonts. Eine Quellenangabe wäre hilfreich 😉 bzw kann ich den Artikel eingescannt irgendwie bekommen? 😉

    • Wir haben eine sehr ähnliche Auffassung von der Bibel, denn ich habe dieses Buch bereits vor einigen Jahren als „Roman in den zu viel hinein interpretiert wird“ abgestempelt.

      Auch in dem alten Glauben gibt es Göttlichkeiten, die quasi untergeordnet sind. Denn die ganzen Feen, Kobolde und andere Naturgeister sind ebenso wie jedes Tier und jeder Mensch Kinder der Natur 😉

      Wie gesagt ich kann weder etwas mit der Bibel noch mit Engeln großartig etwas anfangen.

      Die Quelle wäre: „Die Geheimnisvolle Welt der Astrologie“ Heft 4 (Hachette Verlag von 1998). Von dem Artikel kann ich dir gern mal eine Kopie mitbringen, wenn wir uns das nächste Mal über den Weg laufen 😉

  2. Ein faszinierender Blogpost – ich bin dem Engelmythos schon mal in meinen Recherchen nachgegangen, aber das ist die bisher beste Zusammenfassung, die mir im Netz begegnet ist.
    Es ist beeindruckend, wie im Prinzip aus einem individuellen (und recht verschlagenen 😉 ) Gott im Laufe der Jahrtausende himmlische Heerscharen wurden, die heutzutage auch noch meist aussehen, wie niedliche kleine Kinder im Nachthemd, oder?
    Da fragt man sich immer, was die Menschen in ein paar Jahrhunderten über heutige Dinge sagen werden.

  1. Pingback: Wer ist der Teufel? | the music box of a morbid wonderland

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