#Nadelwissen: Eine Grundausstattung

Könnt ihr euch noch dran erinnern, das ich vor knapp nem halben Jahr das Projekt „Hastag Nadelwissen “ starten wollte? Nein? Ist auch nicht weiter schlimm, denn ich bin ja selbst immer wieder von dem Thema abgebracht worden. Doch heute möchte ich es gerne wieder aufnehmen, da ich inzwischen mehrere Anfragen habe bezüglich Nähen beibringen. Da ich mich aber nicht vierteilen kann und auch nicht immer das Geld habe um in der Weltgeschichte umher zu fahren um quasi Unterricht zu geben, dachte ich mir dass dieses Projekt mir (und euch) helfen kann.

Schließlich gehört zum Nähen nicht nur die Praxis sondern auch Theorie, wie bei vielen Dingen im Leben. Und gerade das Nähen wird (wenn wir jetzt mal in die berufliche Schiene wechseln), als Handwerksberuf oft unterschätzt. Die Meisten denken beim Wort Handwerksberuf aber auch eher an den klassischen Tischler anstatt die Näherin…

Aber gut, bevor ich hier jetzt vom Thema ab komme, stelle ich euch hier einige grundlegende Hilfsmittel vor, auf die kein Nähanfänger verzichten sollte!trennlinien0045Nadeln:
Auch wenn man heute fast alles mit der Nähmaschine nähen kann, sind Handnähnadeln unverzichtbar. Normalerweise ist die Wahl der Nadel immer abhängig von dem was genäht werden soll – das gilt sowohl für Handnähnadeln als auch für Nähmaschinennadeln – für einen Anfänger empfehle ich aber erst einmal ein gemischtes  Nadelsortiment (z.B. dieses), denn damit kommt man schon recht weit und ich gehe mal davon aus, das man nicht gleich anfängt mit Leder zu arbeiten. Denn für Leder, egal ob Kunst- oder Echtleder, braucht man sowohl bei den Handnähnadeln als auch bei der Nähmaschine spezielle Ledernähnadeln.

Zur Vielfalt der Nadeln kommen wir aber in einem anderen Beitrag, ich will hier ja niemanden überfordern – gerade die Nähanfänger nicht!

Übrigens bei manchen Nadelsortimenten ist ein Einfädler mit enthalten. Wenn nicht, dann rate ich dazu zusätzlich einen zu kaufen. Ich persönlich nutze diese Teile sehr häufig und muss sie auch häufig ersetzen. Hierbei habe ich allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass die Einfädler von Prym tatsächlich länger halten, als „no name“ Einfädler.

trennlinien0045Garn:
Ich denke selbst der blutigste Nähanfänger weis, das man ohne vernünftiges Nähgarn nicht gerade weit kommt. Es gibt auch hier jede Menge spezielle Garne, auf die ich einem gesonderten Beitrag eingehe. Für die meisten Arbeiten eignen sich allerdings am besten sogenannte „Allesnäher“. Das sind garne, aus Polyester die eine besondere Reißfestigkeit aufweisen.

Bei dem Kauf von Nähgarn lohnt es sich übrigens auch ein wenig mehr zu investieren, denn die billigen, die man z.B. in 1€ Läden finden kann, neigen dazu öfter und schneller zu reißen als z.B. das Qualitätsgarn von Gütermann. Und je öfter das Garn reißt, desto mehr Arbeit hat man im Endeffekt, was einen auch frustrieren kann – ich sprech da auch Erfahrung.

trennlinien0045Fingerhut:
Wer sich nicht die Finger zerstechen will, wenn man Handnähnadeln benutzt, dem empfehle ich sich einen Fingerhut zu zu legen. Fingerhüte gibt es in zig Ausführungen und auch Qualitäten. Ob es sich auch hier lohnt mehr zu investieren, kann ich euch nicht sagen, da ich selbst habe den Fingerschutz von Prym dafür ein wenig Zweckentfremdet. Denn da ich selbst recht lange Fingernägel habe, kann ich keine Fingerhüte nutzen…

trennlinien0045Stecknadeln:
Ja, schon wieder Nadeln, denn Stecknadeln sind zum Nähen ebenfalls unverzichtbar. Denn diese werden dazu verwendet, Stoffstücke zu fixieren. Für den Anfänger sin am besten sogenannte Perlkopfstecknadeln am besten geeignet. Generell gibt es die Stecknadeln von einer Länge von 2,5 cm bis 5 cm. Da man sicher mehrere braucht, ist es außerdem ratsam entweder gleich eine Dose zu kaufen oder sich ein Nadelkissen zu zu legen um die Stecknadeln darauf zu befestigen.

Wie bei vielen anderen Sachen auch, empfehle ich auch bei Stecknadeln eher ein wenig zu investieren, denn von hochwertigen Prym Stecknadeln hat man definitiv mehr als von 1€ Stecknadeln, die recht schnell verbiegen. Auch hier spreche ich aus Erfahrung, wobei ich aktuell vermehrt die Sonderedition von Prym-Stecknadeln nutze (。•̀ᴗ-)✧

DSCN0459trennlinien0045Schneidewerkzeug:
Anders als viele Andere, empfehle ich genau 3 Schneidewerkzeuge für einen Anfänger. Eine klassische Schneiderschere für den Zuschnitt von Stoffen, die ihr dann auch NUR für Stoffe nehmt (also Finger weg von der Küchenschere!), ein Fadenschneider und einen Nathtrenner.

Bei der Schneiderschere ist die Form sowie die schärfe der Klingen von besonderer Wichtigkeit, denn der geschwungene Griff ermöglicht ein akkurates Arbeiten auf glatten Oberflächen und mit einer scharfen, spitzen Klinge lässt sich Präziser arbeiten. Der Fadenschneider ist wie der Name schon sagt zum schneiden zum Fäden gedacht und man kommt aufgrund seiner Form auch gut an sehr kurze Fäden. Ich selber habe lange Zeit keinen gehabt, aber nachdem ich einen hatte, habe ich sehr schnell gemerkt das er mir vieles erleichtert. Das Leben erleichtern kann euch auch der Nattrenner, denn wenn es mal passiert, das ihr euch vernähnt habt, hilft euch dieser kleine Kerl recht schnell den Fehler zu beheben und ihr reist damit auch keine Löcher in den Stoff, wie es schnell passieren kann, wenn man zum Nähte auftrennen etwas anderes nutzt. trennlinien0045

Maßband:
Da man für maßgeschneiderte Kleidung auch einiges abgemessen werden muss, sind verschiedene Dinge zum Abmessen von Nöten. Allen voran das Maßband. Wähle dabei am besten ein Maßband von guter Qualität. Wichtig ist bei dem Maßband, dass es sich nicht dehnen lässt und sich nicht kräuselt. Beides kann nämlich zu falschen Messungen führen. Außerdem sollte das Maßband mindestens 150cm lang sein.  Zusätzlich zum Maßband sollte man sich noch ein Handmaß oder ein Lineal zulegen.trennlinien0045

Markieren:
Da man in den meisten Fällen in irgendeiner Form mit Schnittmustern arbeitet, sollte man auch das passende Werkzeug zum markieren haben. Schneiderkreide zum Beispiel. Diese gibt es in drei- oder viereckigen Stücken, als Kreiderad und in verschiedenen Stift Varianten. Bei den Stiften gibt es z.B. abwaschbare oder selbstlöschende Stifte, die meist aussehen wie blaue oder rosane Filzstifte. Bei diesen sollte man vor der Nutzung immer testen, ob diese aus den Stoffen auch wirklich wieder raus gehen.

Ich selbst bevorzuge die klassisch weiße Schneiderkreide, da ich viel mit schwarzen Stoffen unterschiedlichster Art arbeite. Hier kann ich euch kein explizites Teil empfehlen, da jeder andere Markierwerkzeuge bevorzugt. trennlinien0045Aufbewahrung:
Bevor ihr euch jetzt auf Nähmaschine, Stoffe und co. stürzt solltet ihr euch eine Aufbewarungsmöglichkeit zulegen. Da richtige Nähkörbe meist sehr teuer sind, rate ich Anfängern meist erst einmal dazu eine alte Hutschachtel oder einen einfach Schuhkarton um zu funktionieren. Oder ihr schaut einfach mal auf Flohmärkten, ob ihr dort fündig werdet. So bin ich auch recht günstig zu meinem guten Stück gekommen. trennlinien0045So nun habt ihr alles zusammen, was man so braucht um durch zu starten, jetzt fehlt euch theoretisch nur noch Stoff und eine Idee mit der ihr anfangen könnt.

Schreibt mir doch mal in die Kommentare, wie ihr diesen Beitrag hier fandet und an alle die, die sich selbst mit dem Nähen auskennen, habe ich vielleicht irgendwas vergessen? Ich bin auf eure Meinung gespannt ^^ 

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 17. Februar 2016, in Nadelwissen. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Ich habe als Kind immer Barbiepuppenkleider genäht (Rock und schulterfreies Top mit „Perlenbesatz“ in schwarz und so Sachen), war aber natürlich sehr dilletantisch unterwegs (zum Abmessen habe ich einfach die Puppe hingelegt und den Stoff drumherum gefaltet).
    Vom Aufbau her ist der Post schön übersichtlich, um wieder ins Nähen einzusteigen, Step by Step 😀

  2. Kann ich alles so bestätigen 🙂
    Nur, wenn ich heutzutage mit dem Nähen anfange, dann ist dass allerwichtigste doch eine gute Nähmaschine, oder!? Wer näht sich denn seine Klamotten noch Stich für Stich mit der Hand!?
    Deswegen vermisse ich ein wenig den Punkt „Nähmaschine“ in der Liste. Hier kann man ruhig auf ein gutes Gebrauchtmodell zugreifen, statt ein nerviges Billigmodell mit vermeintlich vielen Features…
    LG
    SvL

    • Die Nähmaschine habe ich bewusst ausgelassen, da ich dazu nächste Woche einen gesonderten Eintrag machen wollte.

      Aber du hast Recht, ich hätte die hier auch schon mit rein nehme können ^^

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