Tanze ums Feuer zu Beltane!

Es steht ein Fest bevor, das die meisten von euch als Tanz in den Mai in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai kennen. Aber wie man em Titel entnehmen kann, hat dieses Fest noch andere Namen. Doch bevor wir da näher drauf eingehen, möchte ich euch vorab sagen, dass ich letzes Jahr etwas „versteckt“ im Rahmen des Blogbattles über das nun angesprochene Fest schrieb. Dennoch wurde ich darum gebeten auch diesem Fest, wie Imbolc und Mabon, einen eigenen Blogeintrag zu widmen. Wer also schon letztes Jahr fleißig hier gelesen hat, dem wird einiges in diesem Eintrag wohl bekannt vor kommen…bat_bar

So und nun zum Tanz in den Mai! Dieser ist im Volksmund auch als Walpurgisnacht bekannt. In Märchen und Geschichten wird die Walpurgisnacht als die Nacht beschrieben, in der sich die Hexen auf ihre Besen schwingen um ausgelassene Feste auf dem Blocksberg bzw. Brocken feiern, daher gibt es in der Gegend um den Brocken bis heute noch Postkarten wie diese:

Dass es sich in den Erzählungen um eine verteufelte Version alter Traditionen handelt, sieht man auf dieser Postkarte recht gut, denn eben dieser in Persona ist nicht zu übersehen! Mit wilden Teufelsorgien haben die alten Traditionen allerdings nichts zu tun, viel eher hat hier mal wieder die Kirche ihre Finger im Spiel gehabt. Aus heutiger Sicht hat die Kirche sich zwar selbst ins Fleisch geschnitten, aber ich muss dazu sagen, dass damals – so ums 17./18.Jahrhundert rum – der Ursprüngliche Name, Beltane noch viel geläufiger war als heute.Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, warum sich die Kirche ausgerechnet die heiliggesprochene Walpurga, eine Äbtissin des Klosters Heidenheim, hergenommen haben um Beltane zu adaptieren und warum dieses Fest ein zweites Mal umbenannt wurde.bat_bar

Schaut man sich den ursprünglichen Namen genauer an, so kann man allerdings auch schnell darauf schließen, dass in den Märchen um den Brocken auch ein Funken Wahrheit steckt. Denn  bel bedeutet hell oder leuchtend und tanē ist mit Nacht zu deuten. Also kann man davon Ausgehen, dass die Nacht zum 1. Mai schon über Jahrhunderte hinweg meist hell erleuchtet war – und das mit Hilfe von Feuern in jeglicher Größe! Einige Historiker sind davon überzeugt, dass die Kelten Englands damals dem Gott Belenus huldigten, belegbare Beweise gibt es für diese Theorie allerdings nicht.

Es gibt aber noch weitere Dinge, die mit den Märchen um die Walpurgisnacht übereinstimmen. So war Beltane schon früher ein wirklich ausgelassenes Fest. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Fest die Fülle und Freuden des Sommers einläutete. So manche Liebespaare sollen die Feierlichkeiten so mitgerissen haben, dass diese sich ein Stück abseits der Feuer und in freier Natur liebten, sprich miteinander schliefen. Dieser Liebesakt galt als Hochzeit zwischen Himmel und Erde. Und Kinder die in dieser Nacht gezeugt wurden, galten als besonderes Geschenk von Mutter Natur und hatten nicht selten eine sehr Starke Verbindung zu dieser.

Auch der gehörnte Gott, den die Kirche allzu gern als bösartigen Teufel darstellt, findet in den alten Traditionen dieses Festes Erwähnung. Denn Männer gingen nicht selten am Tag vor den Feierlichkeiten Hirsche jagen und schmückten sich dann zum Fest mit dem zuvor erjagten Hirschgeweih. Dies stellte ihre Männlichkeit und die Verbindung zur Natur da, denn man glaubte, dass die Natur nur den besten Männern erlaubte einen Hirschen zu erwischen.

All dies machte es der Kirche recht leicht das Fest zu adaptieren und es im eigenen Sinne „frommer“ zu gestalten. Was ich damit meine, weis sicher jeder, der schon mal auf einer Tanz in den Mai Feier war und vielleicht sogar ganz Traditionell den Maibaum „eingewickelt“ hat. Auch dies ist ein Brauch, der aus Alten Zeiten stammt, der aber nicht ganz so schlimm für die Kirche war, so dass diese Tradition einfach mit übernommen wurde.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit dem genauen Ursprung des Maibaumes nicht auskenne und selbst auch noch nie um einen getanzt bin. Das kommt wohl daher, dass es heutzutage im Norden nicht mehr ganz so geläufig ist wie z.B. in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich, einen Maibaum auf zu stellen. bat_barDoch das alte Feuerfest Beltane war und ist einfach nicht tot zu bekommen. Ja, es erlebt heutzutage wie alle alten Feste regelrecht ein Revival! Das ist vor allem nicht zu übersehen, wenn man mal nach Edinburgh, Schottlands Hauptstadt schaut. Dort hat sich nämlich die sogenannte Beltane Fire Society etabliert.

Dies ist eine Performancegruppe die bereits seit 1988 gegründet wurde und heute mit die größten und spektakulärsten Beltane Feste Europas veranstaltet. Und wenn man sich so einige Bilder anschaut, dann merkt man ganz schnell, dass hier wirklich die alten Traditionen des Festes gefeiert werden. Allerdings gehe ich stark davon aus, dass hierbei nicht unbedingt Kinder gezeugt werden, sondern dass die traditionelle Feier im Fokus steht.

Mehr Bilder gibt es hierbat_bar

So, das war es vorerst von mir zu dem Thema ^^

Warum es dieses Mal nicht wie sonst auch ein paar Tipps von mir gibt, was man zu Beltane alles machen kann , liegt daran, das ich nach wie vor mit meinem Umzug beschäftigt bin und ich wohl dieses Jahr nicht großartig dazu komme etwas zu machen. Wer dennoch einen Tipp haben möchte, der sollte sich das Buch Walpurgis: Frühlingsrituale & Feste zulegen, denn dieses Buch gibt so einiges her an Ritualen, die man allein, in der Gruppe oder z.T. auch mit Kindern durchführen kann. Daher ist es auch super für Neulinge auf dem Themengebiet geeignet, ebenso wie für alte Hasen, denn auch diese können sich dort einige Anregungen holen!

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Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 16. April 2016 in Wicca und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Sehr schön, dass mag ich so, wenn du solche Themen schreibst. Als kleine Ergänzung zur Hirschjagd: Nicht selten wurde sich mit dem Blut des gejagten Hirsches eingerieben und die Liebesakte waren ebenfalls ein Teil des Rituales. Damit sollte die Kraft, Ausdauer und Anmut des Hirsches auf den Jäger übergehen, der nach erfolgreicher Jagd dann auch nicht selten eine Jungfrau bekam zum vernaschen. Es ist eben auch DAS Fruchtbarkeitsfest schlechthin in den alten Glaubensvorstellungen.

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