der kleine Wirtschaftsriese

Heute gibt es mal wieder einen Text zu lesen, der so auf meiner Hompage zu lesen war:

Nach dem 2.Weltkrieg entwickelte sich Japan von einem Agrarland zu einem modernen Industriestaat. In den 1960er-Jahren erreichte die japanische Wirtschaft schon zweistellige Wachstumsraten. Das Durchschnittseinkommen verdoppelte sich. Heute liefert Japan 15% des automobilen Weltexportes, fast genauso viel wie Deutschland. Japan gehört zur Gruppe der 20 bedeutenste Industriestaaten der Erde und stand 2005 an dritter Stelle der Export- und Importrangliste – Seit 2012 steht es an vierter Stelle (1. China, 2. USA, 3. Deutchland). Doch wie hat Japan dies geschafft?

Japan hat wesentlich gerinere Rohstoffvorkommen (12) als Industriezweige (134), wie aus der Tabelle unten ersichtbar wird.
Die wenigen vorhanden Rohstoffe sind gut genutzt und doch werden über die Hälfte an Rohstoffen importiert. Dies erklärt auch die vielfältigen Industriezweige, die man im Atlas entdecken kann.

Vorkommen der Insuatriezweige:

  • Eisen / Stahlerzeugung 11x
  • Buntmetall 9x
  • Maschinenschiff- /Fahrzeugbau 31x
  • Metallindustrie 6x
  • Chemie / Kunststoff 22x
  • Textil 6x
  • Aluminium 6x
  • Kernkraft 12x
  • Elektrotechnik 13x
  • Optik 3x
  • Erdölverarbeitung 11x

Rohstoffvorkommen:

  • Kupfer 1x
  • Kohle 2x
  • Zink 1x
  • Blei 3x
  • Schwefel 3x
  • Erdgas 2x

Japan importiert viele Rohstoffe aus China, Maschinen aus den USA und Fertigwaren aus der EU. Diese drei sind die wichtigsten Handelspartner von Japan. Die erhaltenen Rohstoffe werden zu hochwertigeren Produkten verarbeitet und anschließend teuer exportiert. Die so gefertigten Produkte gehen ebenfalls überwiegend an China, USA und die EU.

Ein anderer Fakt ist, das Japan sich immer dem weltweiten wirtschaftlichen Veränderungen flexibel anpasste. Nach Japans systematischer Abschottung gegen importe anderer Länder steigerte das Ministerium die Produktion und den Export von Waren.
Dies konnte nur umgesetzt werden, indem Japan auf die Nachfrage des Weltmarktes achtete. Außerdem führte Japan die sogenannte Just-in-Time Produktion ein, die Japan zu einem Exportriesen machte.Um näher auf diese Aussage einzugehen, hier ein kleiner Text:

Nach dem 2. Weltkrieg schottete Japan sich systematisch gegen Importe ab, um die eigene Wirtschaft vor ausländischer Konkurenz zu schützen. Das dafür geschaffene Ministerium förderte die Produktion und den Export z.B. von Motorrädern und Automobilen und ließ gleichzeitig keine Importe zu. So wurde der eigene Markt für heimische Produkte gesichert. Solch ein Verhalten bezeichnet man als Protektionismus.
Einfache, aber teure Arbeiten wurden zunehmend in andere Länder mit niedrigem Lohnniveu ausgelagert. Zuerst war das Südkorea, heute ist es China. Im eigenen Land wurde dagegen die Weiterentwicklung von Produkten gefördert und die Forschung unterstützt. Es wurden Methoden zur Verbesserung der Produktionsabläufe entwickelt, so werden bei einer Just-in-Time Produktion die Einzelteile für die Produktion so angeliefert, dass keine Lagerhaltung – und damit verbunden keine Kosten – nötig ist.
Als der Import von preiswerten japanischen Produkten die Industrie in die westlichen Ländern gefährdete, wie z.B. Deutschlands Kameraindustrie, versuchte man japanusche Produkte durch Zölle so teuer zu machen, das sie nicht mehr attraktiv sein würden. Daraufhin begann Japan Produktionsstätten inklusive Zuliefererund Banken in der ganzen Welt errichten. Japanische Motorräder der Marke Honda kommen heute z.B. aus Italien und Spanien. In Düsseldorf gibt es rund 300 japanische Firmenniederlassungen (Stand 2003), japanische Schulen und japanische Geschäfte. Daher hat die Stadt auch den Spitznamen „Klein Japan“.

Folgende Grafik zeigt ein Urjapanisches Prinzip: Der Erfolg der japanischen Großkonzerne erfolgt auf dem Rücken vieler kleiner Betriebe

Damit ist gemeint, das japanische Großunternehmen sich auf tausende kleinere Unternehmen verteilen. Die kleinen Unternehmen übernemen die Anfangs- und Zwischenarbeiten für die Großunternehmen. Meist wird so gearbeitet, das die Großunternehmen nur noch die einzelnen Teile einfach zusammensetzen müssen.
Durch Zeitverträge zwischen Großunternehmen und Sub- und Subsubjunternehmen haben die Konzerne volgende Vorteile:

  • freie Auswahl der Produzenten
  • Lohn und Kosten können gesenkt werden
  • „Just-in-Time“ Produktion kann optimal genutzt werden
  • Reduzierung des unternehmerischen Risikos

Über ichigo_komori91

Ich bin ein nähbegeistertes Etwas, zeichne, male und schreibe gern Gedichte und Songtexte. Außerdem habe ich ein großes Interesse an der Japanischen Sprache und Kultur. Ich liebe und lebe mit der Natur, auch wenn diese mich mit Knoblauch- und Sonnenallergie straft ;)

Veröffentlicht am 24. September 2016, in Japan. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Ich halte das MITI ( https://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_f%C3%BCr_Internationalen_Handel_und_Industrie ) für DEN Faktor, der Japan so erfolgreich machte. Das MITI erwähnst du oben nebenbei als „Das (dafür geschaffene) Ministerium“. Ich glaube ohne die Gründung von selbigem wäre Japan nicht annährend so erfolgreich geworden. Oder wie siehst du das? 🙂
    Liebe Grüße
    Shadowelf

    • Ja, das sehe ich auch so. Ich muss allerdings auch sagen, dass der Text von meiner Homepage schon ein paar Tage älter ist und ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht genauer mit dem Ministerium auseinander gesetzt, denn das war nicht so gefragt für den Erdkunde Unterricht, für den ich den Text hier ursprünglich mal recherchiert habe ^^“

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