Archiv für den Tag 8. Januar 2020

Todesgotter aus dem Yoruba

Diesen Beitrag habe ich im November 2018 den Mitgliedern des Mondstreuner Aminos geschrieben. Inzwischen bin ich ehrlich gesagt dort kaum noch aktiv bin, weil ich halt so viel um die Ohren habe, dass ich Prioritäten setzen muss… umso erstaunter war ich, als ich erstmal gesehen habe, dass ich euch noch nichts von meinen Recherchen mitgeteilt habe.

Dass ich mich mit Todesgöttern auseinander setzte, dürfte fleißige Leser und diejenigen, die mich kennen, nicht wundern. Für alle anderen: Ich habe meinen Schwerpunkt in der Magick inzwischen bei Schattenmagie, Blutmagie, Nekromantie und Vampyre Magick… und das dürfte auch irgendwo erklären, warum ich mich über die Todesgötter verschiedenster Religionen informiere ^^

Also Todesgötter im Yoruba… zuerst klären wir kurz:

Was ist Yoruba?

Die Religion der Yoruba wird hauptsächlich in Teilen Nigerias und des angrenzenden Benins praktiziert. Sie ist auch der Ursprung einer ganzen Reihe religiöser Traditionen, die heute hauptsächlich in verschiedenen Ländern Amerikas blühen. Zu diesen afroamerikanischen Religionen gehören Vodoun (Voodoo), Santería, Umbanda, Candomblé, Macumba und noch einige weitere, wobei die Grenzen sowohl untereinander als auch zum Christentum oft fließend sind.

Das ist es grob umrissen. Und nun zu den Ergebnissen meiner Recherche zu den Todesgöttern. Da gibt es nämlich 3 Stück, 3 Orishas. Eshu, Iku und Oya. Als Orishas werden übrigens die Götter in der Religion der Yoruba und in den darauf beruhenden afroamerikanischen Religionen wie der kubanischen Santería und dem brasilianischen Candomblé und der Umbanda bezeichnet.

Eshu

Namen: Eshu, Elegbara, Elegba Eshu, Eshu Lono, Èṣù-Elegba, Echú, Exu, Exú oder Legba (im Haiti Voodoo) Papa Legba
Spitznamen: Das heiße Feuer; Eshu die Straße; Messenger; The Trickster
Symbole: Kreuzwege, Hunde
Worshippers: Musiker, Lehrer, Übersetzer, Hundetrainer, Beschwörer/Magier
Eigenschaften: Ordnung und Chaos, Weisheit, Intelligenz Etikette, Lehren, Sprache
Geister: Prophetisch, Schutz, Feuer, Wetter, Prophezeiung
Farbe: Schwarz-rot; schwarz-weiß

Eshu ist ein Orisha des Zufalls, der Unfälle und der Unberechenbarkeit. Wenn die Zukunft unsicher ist, hat er meist seine Finger im Spiel. Eshu ist immer versucht, Ereignisse unbeabsichtigte Wege gehen zu lassen. Er wird an Toren und Eingängen, Kreuzungen und an Orten, an denen Unfälle passieren, verehrt. Er ist der Bote zwischen Göttern und Menschen. Aber er ist auch der Orisha des Respekts.

Der Name Eshu steht teilweise als Alternative zum Namen Elegua, der Bote der Orishas. Obwohl es im Santería heißt, dass Elegua der Bruder Eshus ist und der Hüter aller Pfade. Alle Rituale müssen von Elegua abgesegnet worden sein, bevor sie durchgeführt werden.

Elegua hat als Bruder Eshus weniger gefährliche und aggressive Charakterzüge. Elegua bewegt sin in Invokation leise während Eshu „durchbricht“ und gilt auch als agil und immer bereit, sich einer Herausforderung zu stellen.
Er ist frech, impulsiv, chaotisch, unberechenbar, stiftet gerne Verwirrung und Streit und hat Macht über das sexuelle Begehren. Er wird gleichzeitig geachtet und gefürchtet. Sein widersprüchlicher Charakter wird durch folgende Beschreibung versinnbildlicht: Wenn er am Boden sitzt, stößt er mit dem Kopf an der Decke an; steht er auf, so ist er genau so hoch wie der Teppich.

Manifestationen von Eleguá sind unter Anderem auch Akefun, Aleshujade, Arabobo, Awanjonu, Lalafán, Obasín, Oparicocha, und Osokere.

Eshu hat mehrere Gesichter, die da wären:

  • Eshu Ayé soll eng mit dem Orisha Olokun zusammenarbeiten und durch die Gischt der See wandern.
  • Eshu Bi ist ein strenger und kraftvoller Avatar, der sowohl als alter Mann als auch als kleiner Junge erscheint, der einhergeht mit
  • Shangó und Oyá. Diese beschützt er ebenso wie kleine Kinder.
  • Eshu Laroye ist ein Avatar, der vermutlich der Gefährte von Oshún ist, und gilt als einer der wichtigsten Eshus. Der Avatar von Eshu Laroye gilt als gesprächig und klein.

Rituelle Opfergaben für Eshu sind Palmöl, Bohnen und Mais entweder in Form von Maismehl oder Popcorn und Farofa4, ein Maniokmehl. In alter Tradition aber ebenso Vierbeinige männliche Vögel und andere Tiere.

Im brasilianischen Candomblé wird er synkretistisch mit dem katholischen Erzengel Gabriel und in der kubanischen Santería mit dem Santo Niño de Atocha verbunden.

Eshu wird in der Charakterliste Une Tempête von Aimé Césaire als schwarzer Teufel bezeichnet und erscheint als bösartiger Trickster in Prospero (Act 3, Scene 3).

Iku

Namen: Iku
Spitznamen: Tod; Debt-Keeper
Symbole: Münze; Kalebasse
Worshippers: Kranke, Sterbende, Krieger
Eigenschaften:
Geister: Prophezeiung, Ordnung, Tod, Krieg
Farbe:

Über Iku ist wenig bekannt, da es sich mehr um eine Macht, als um einen personifizierten Gott handelt. Denn Iku ist im Yoruba der personifizierte Tod.

Er ist das einzige Wesen, das die Unberechenbarkeit von Eshu ungeachtet dessen Fähigkeiten widerstehen kann. In den Legenden der Yoruba kämpften Eshu und Iku miteinander und Eshu „überlebte“ dies nur dank der Hilfe des Orisha Orunmila.

Iku ist dafür verantwortlich, diejenigen, die tot sein sollten, von der Erde zu nehmen. Darum wird er im Allgemeinen nicht angebetet und hat keine Propheten. Oya ist die Orisha, die aufgefordert wird, für Sterbliche mit dem Tod zu intervenieren.

Oya

Namen: Oya, Yansa
Spitznamen: Mother Goddess, Good Mother, Great Mother
Symbole: Tanzende Rute
Worshippers: Mütter; Tänzer(innen)
Eigenschaften: Chaos und Ordnung, Gut und Böse
Geister: Prophezeiung, Tod, Wetter, die See
Farbe: Weinrot

Oya ist eine Halbgöttin des Sturms und des Tanzes. Bei traditionellen Yoruba-Tänzen tragen Frauen Ruten mit Oya-Darstellungen.

Sie kontrolliert außerdem die Geister der Toten und sorgt dafür, dass die ruhelosen Seelen der Nacht niemandem Schaden zufügen.

Oya ist die Orisha, die aufgefordert wird, für Sterbliche mit dem Tod zu intervenieren und ist die Hüterin der Friedhöfe.

In einem allgemeineren Sinne gilt Oya als Göttin des Wandels, der Transformation und des Übergangs.Als Schutzherrin weiblicher Führerschaft verkörpert sie eine zwischen Mütterlichkeit und Kriegertum changierende Weiblichkeit sowie den Kampf gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung.

Sie war die Frau des Orisha Shango, welcher sich zu Lebzeiten um die Egungun, lebende Tote, kümmerte. Bis dieser sich aus Scham erhängte. Als Shango starb, ging Oya nach Nupe, wurde aber nicht Exil angenommen und ging weiter zum Oya-Fluss (Niger), um eine Flussorisha zu werden.

So, das waren alle Infos, die ich bisher zusammentragen konnte. Und sowas mache ich zwischendurch öfter mal. Warum ich jetzt genau mit den Todesgöttern aus dem Yoruba angefangen habe, kann ich nicht sagen, aber ich glaube dass ich mir dazu vielleicht ein wenig mehr Lektüre ausleihen und/oder zulegen muss. Also wenn sich irgendwer da draußen damit auseinander setzt: Kennt ihr gute Bücher zum Thema?`

Oder habt ihr generell Ideen, womit ich mich mal auseinander setzen könnte? Dann gern ab in die Kommentare damit!