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Blogbattle no.9 – Körperkult

Oh, das ist la mal wieder ein schönes Thema, auch wenn man es auf verschiedenste Weise auslegen kann. Körperkult, da kann man den Diätwahn, Magersucht, Pro- Ana und Magermodels ansprechen. Aber man kann auch Tattoos un Piercings unter Körperkult verstehen. Die ersten Punkte werden mir gern nachgesagt und daher möchte ich das jetzt nicht noch einmal durchkauen, sondern zum zweit genannten übergehen.

2693e6b16dfefceb996604038ed146a6 - KopieIch mag Tattoos und Piercings, auch wenn ich selbst noch keine habe. Und es wissen sicher auch einige, das ich mit einem bestimmten Motiv für ein Tattoo liebäugle (siehe Bild links). Das hätte mir vor 7 Jahren, als mir ein ähnliches Motiv vorschwebte mal jemand sagen sollen. Denn damals habe ich steif und fest behauptet niemals ein Tattoo haben zu wollen, da es ja für die Ewigkeit ist und ich mich ja noch weiter entwickle.
Warum sich diese Einstellung verändert hat, ist einfach: mich begleitet bis heute die Fledermaus durch mein Leben, denn es ist und bleibt mein Lieblingstier/Krafttier. Außerdem mag ich bei diesem Motiv hier gerade den kaputten Flügel auf dem rechten Schulterblatt, denn meine rechte Körperhälfte bzw. vorrangig das Bein, ist ja auch beeinträchtigt. Mit anderen Worten: Ein Motiv genau für mich.

Aber auch Piercings bin ich nicht abgeneigt – und war es (im Gegensatz zu den Tattoos) auch nie. Als bei mir mit 16 Jahren der Wunsch nach einem Helix und noch ein paar zusätzlichen Ohrlöchern aufkam, hatte allerdings meine Mom etwas dagegen und hat mir Original gesagt: „Bauchnabelpiercing und Intim-Piercing sind okay, alles andere ist nicht! Du bekommst kein Metall ins Gesicht!“ 

Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich an diesen Satz denke…

Das ich weder ein Tattoo noch Piercings habe, liegt ganz einfach daran das mir die finanziellen Mittel bis heute fehlten und immer noch fehlen. Allerdings hoffe ich, dass ich mir das nach Beendigung meiner Ausbildung leisten kann. Ja, das ist auch ein Punkt über den man sich streiten kann, denn es heißt immer noch vielerorts, dass Leute mit Tattoos asoziale Penner wären. Dabei sind die Teile z.T. schweineteuer. So würde das Flügelmotiv vom Bild bei dem Tattoovierer in meiner Nähe fast das doppelte von meinem aktuellen Gehalt kosten und kein „asozialer Penner“ kann sich das leisten.

Doch nicht nur hierzulande haben es Tattovierte teilweise schwer. In Japan z.B. wird man mit einem (sichtbaren) Tattoo auch gern mal komisch angeschaut und viele nehmen unauffällig Abstand. Häufig sieht  man auch  Schilder auf denen es heißt: „Zutritt mit Tattoos verboten!“. Diese Schilder sond vor allem in Bereichen, in denen man die Tattoos nicht  oder zumindest schwer abdecken kann, wie z.B. Freibädern aufzufinden. Diese Reaktion ist vor allem durch die Yakuza – also die japanische Mafia entstanden, denn Tattoos sind eines der Markenzeichen der Mitglieder. Ich als kleiner Japan-Fan habe mich auch mit diesem Thema ausführlich beschäftigt und seien wir mal ehrlich das Unbekannte, Geheimnisvolle und Verbotene zieht viele Menschen an. Dass ich hier auf das Klischeehafte Bild der japanischen Schlägertypen, die von oben bis unten tattooviert sind und überwiegend in Anzug tragenden Grüppchen durch Tokyo streifen, anspreche ist klar. Doch dieses Bild ist nicht ganz richtig.

Viele Yakuza Familien / Clans sehen es nicht gern als Mafia bezeichnet zu werden und das obwohl es kein Geheimnis ist, dass sie ihr Geld u.a. mit Schutzgeld(erpressung), Drogen, Organhandel oder anderen illegalen Geschäften verdienen. Trotzdem sehen sie sich viel eher als moderne Samurai und es gibt sogar Fälle in denen sie mit der Polizei zusammen gearbeitet haben. Außerdem gibt es auch legale Veranstaltungen in denen Yakuza ihre Finger im Spiel haben. Darum gibt es auch viele Yakuza und Ex-Yakuza die in dem Ganzen mehr positives als negatives sehen. Jedoch gilt auch heute noch: „Bist du nicht bereit zu töten, bist du kein Yakuza! Bist du nicht bereit für deinen Clan zu sterben, bist du kein Yakuza!“

Das sollte einem zeigen, dass die Yakuza kein lustiger Spaßverein sind. Aber was ich toll finde – um auf den Körperkult zurück zu kommen – ist die Tatsache, dass die Tattovierungen nicht nur Klischee sind. Genauer gesagt finde ich es toll, das diese Tattovierungen in kunstvoller Weise die Geschichte des einzelnen Clanmitglieds erzählen und jeder Strich, jedes Bild für etwas besonderes steht. Genau so sollte man auch selbst mit Tattoos umgehen. Tattoos  aus Modegründen werden einem viel eher peinlich als welche mit Hintergrund (habe ich mir sagen lassen). Außerdem sollte man auch genau wissen, was man sich tattovieren lässt – gerade bei asiatischen Schriftzeichen machen da ja viele gern Fehler, die für den ein oder anderen Lacher sorgen.

Passend zu dem ganzen Thema habe ich letztens übrigens ein Video von der YouTuberin Kupferfuchs gefunden, in der sie die typischen Fragen an Tattovierte etwas aufs Korn nimmt:

So, das solls jetzt gewesen sein mit meinem Beitrag zu diesem Thema, hier geht es zu den Beiträgen der anderen Teilnehmer:

– Schakal
– Wetterschaf
– DychterFyrst (macht Battle-Pause)
– Sebastian
– Mary
– Chelsea
– Justine
– Dark Lord

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