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Das dreifache Reinigunngsritual zu Ostara!

Normalerweise bekommt ihr Montags immer ein Buch-bezogenes Thema in meinem Blog zu lesen, doch heute it ein besonderer Tag! Die Meisten unter euch werden den heutigen Tag als Frühlings-Tag- und Nachtgleiche kennen oder zumindest im Kalender entdeckt haben, dass heute Frühlingsanfang ist. Für Wicca ist dieser Tag ein besonderer Tag, genauer gesagt ein Feiertag, denn heute findet das Fest zu Ehren der Göttin Ostara statt und die Natur erwacht erneut zum Leben.

Wer jetzt darüber gestolpert ist, dass sich Ostara doch sehr nach Ostern anhört, der hat mit der Assoziation gar nicht mal so unrecht, denn auch wenn das Osterfest, welches dieses Jahr auf den 16. April fällt, wesentlich bekannter ist (und auch ein gesetzlicher Feiertag ist), so ist das Fest Ostara doch wesentlich älter und im Grunde genommen der direkte Vorläufer des Osterfestes.

Für viele spirituell Praktizierende stellt das Fest Ostara eine Art Neujahrsfest dar, da die Natur wie gesagt an diesem Tag wieder Erwacht aus ihrem Winterschlaf. Daher passen zum heutigen Tag Reinigungsrituale ganz gut, um die eigenen Energien ebenfalls neu erwachen zu lassen. Und genau aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden heute – quasi zur Feier des Tages – ein einfaches bzw. dreifaches Reinigungsritual zu vollziehen und dieses mit euch zu Teilen!

Für das Ritual braucht ihr lediglich einen ruhigen Platz wo ihr ungestört seid, ein Schälchen Wasser und eine Prise Salz. Das Salz verrührt ihr im Uhrzeigersinn im Schälchen mit dem Wasser. Währenddessen weihe diese Mixtur des Geistes des Universums. Dazu sagst du einen kleinen Spruch auf. Ich verwende meist folgenden Satz dafür:

„Geweiht seist du dem Kosmos und all der Kraft davon gegeben! Möge die reinigende Klarheit auf dich übergehen!“

Dieses Schälchen steht danach als Sinnbild für die Verbindung von Form und Geist, welche von den Elementen Erde (das Salz) und Wasser (dem Wasser) repräsentiert wird, da.

Nun taucht den Zeige- und Mittelfinger in die Schale, nehmt etwas Wasser auf und beugt euch (ohne das Wasser aus der Schale zu kippen) nach vorn um mit den nassen Fingerspitzen den braun markierten Punkt (siehe Bild) zu berühren. Sagt dabei:

„Gepriesen sei das Salz.
Gepriesen sei die Macht des Lichtes.
Gepriesen sei das Licht,
die Sonne und der Gott.

Nehmt all meine Makel von mir,
auf das ich rein

und ganz in Bewusstsein,
Geist und Körper werde.

Möge ich stehts festen Boden finden,
wenn ich seiner bedarf

und mögen meine Füße den Pfad der gesegneten Reinheit beschreiten
alle Tage meines Lebens.“

Geht nun in die normale Haltung zurück und nehmt wieder etwas Wasser aus der Schale auf. Tippt euch damit auf die Oberseite eures Kopfes bzw. auf den Punkt des Kronen Chakras (im Bild der Lila markierte Punkt) und sprecht:

„Gepriesen sei das Wasser.
Gesegnet sei die Macht der Dunkelheit.
Gepriesen seien die Nacht, der Mond und die Göttin.
Nehmt all die Makel von mir, auf dass ich rein
und ganz in Bewusstsein, Geist und Körper werde.
Mögen die Mysterien des Kosmos
und die verborgenen Dinge
mich würdig befinden, ihre Geheimnisse zu ergründen,
und möge ich stehts in gesegneter Reinheit
denken und fühlen
alle Tage meines Lebens.“

Zu guter letzt taucht ihr, nachdem ihr wieder in der Ausgangsposition steht ein drittes Mal die Finger in die Schale und tippt euch auf das Solar-Plexus Chakra. Dieses liegt einige Zentimeter über dem Bauchnabel (im Bild der Gelbe Punkt). Dabei sprecht ihr:

„Gepriesen seinen Erde und Wasser.
Gepriesen seinen Licht und Dunkelheit,
Nacht und Tag, Sonne und Mond.
Gepriesen seinen die Balance und Reinheit,
die sich nun in mir vereinen.
Möge ich immer das Gleichgewicht von
Bewusstsein, Geist und Körper erfahren,
rein und ganz, wie ich in diesen Frühling trete.
Bei Gott, Göttin und meinem Willen:
So sei es!“

Jetzt könnt ihr noch einige Minuten verharren und den Fluss der reinen Energie nachspüren. Danach seid ihr mit diesem Ritual fertig.

Eigentlich gar nicht so schwer oder? Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Ritual ein weinig helfen, denn ich weis das viele von euch gerne wissen wollen, wie ich denn so die Wicca Feste feiere. Wenn ihr dieses Ritual auch gemacht habt, oder auch etwas ganz anderes macht heute, könnt ihr mich das gerne in den Kommentaren wissen lassen!

Blessed Ostara ihr Lieben!

Wicca – A Year and a Day: Die ersten Videos sind da!

Wer mir auf Youtube, Twitter und/oder Facebook folgt, der wird es schon gesehen haben: Es sind endlich die ersten beiden Videos zur Wicca – A Year and a Day Reihe online (ihr habt ja auch ganz schön lang drauf warten müssen)!

In der Zeit in der ihr warten musstet bzw. es generell etwa Still hier im Blog geworden ist, habe ich mich endgültig dazu entschieden, in erster Linie Youtube Videos zum Buch von Timothy Roderick zu machen. Damit aber auch ihr, meine lieben Blogleser nicht zu kurz kommen, poste ich diese Videos natürlich auch hier im Blog und schreibe noch ein wenig dazu.bat_bar

So ist mir beim Hochladen des ersten Videos aufgefallen, wie sehr sich Youtube hinsichtlich der Funktionen verändert hat, seit dem letzten Mal, das ich ein Video hochgeladen habe und die neuen Funktionen haben mich in der Hinsicht besonders geärgert, das ich meinen Blog z.B. nicht verlinken kann (außer in der Videobeschreibung), da ich diesen nicht „verifizieren“ kann.

Somit und damit bin ich also quasi dazu gezwungen Youtube und meinen Blog getrennt zu behandeln… es sei denn ihr habt da ein paar Ideen/Tipps für mich, was das angeht.

Nichts desto trotz hoffe ich, gefallen euch meine ersten beiden Videos! Im ersten erzähle ich ein wenig etwas über „Earth Centered Spirituality“ bzw. Naturreligion, wie es auf deutsch heißt:

Und eigentlich wollte ich nachdem ich auf das Thema ein wenig eingegangen bin, noch meine eigenen Erfahrungen zur Aufgabe, die Tomothy Roderick in seinem Buch stellt, teilen. Doch beim Bearbeiten des Videos ist mir aufgefallen, dass das wohl ein wenig lang werden würde und darum habe ich das Ganze dann doch aufgeteilt.

Zugegeben, ich habe mich vielleicht ein wenig (zu sehr) darüber aufgeregt, wie die Menschen reagiert haben, als ich da auf der Bank saß. Aber dennoch scheinen diese beiden Videos bereits gut bei den Leuten, die diese schon gesehen haben, angekommen zu sein. Und ein wenig Konstruktive Kritik konnte ich auch schon sammeln. Wenn ihr noch Verbesserungsvorschläge habt, könnt ihr mir das gerne hier (oder beim jeweiligen Video auf YouTube) in die Kommentare schreiben! ^^bat_bar

Ich werde ab nun versuchen, einmal die Woche ein Video hoch zu laden und das heißt auch mindestens einmal die Woche soll dazu auf meinem Blog ein Eintrag dazu kommen. Noch weiß ich nicht, ob sich das so bewerkstelligen lässt. Denn entgegen meiner Ursprünglichen Planung mich mit meinem eigenen Shop selbstständig zu machen, habe ich – ich könnte fast schon „überraschender Weise“ sagen – einen Job beim hiesigen Bäcker gefunden.

Das ist übrigens auch ein weiterer Grund, warum es im Februar doch recht still in meinem Blog war. Was den eigenen Shop angeht, der wird trotzdem noch kommen, jedoch wird der nicht ganz so groß aufgezogen, wie Anfang des Jahres geplant. Aber auch hierzu werde ich euch natürlich auf dem Laufenden halten!

Halloween 2016: Tag 31 – Full Moon

halloween-banners-vector-2 - KopieAls Wicca ist es für mich fast schon selbstverständlich mit dem Mond zu arbeiten. Und wenn man sich die Esoterik Bücher zu dem Thema anschaut, dann stolpert man schon fast zwangsweise darüber, dass die meisten magischen Arbeiten am besten bei Vollmond durchgeführt werden sollten.

Zum Vollmond sind einfach die angesprochenen Energien wesentlich stärker, was sogar jemandem der nicht an Magie oder an Energiearbeit glaubt, einleuchten könnte. Schließlich ist es eine erwiesene Tatsache, dass  ein Großteil der Menschen unter Schlafstörungen leidet, wenn Vollmond ist.

So weit, so gut. Nur schade, dass sich der Mond nicht nach dieser Challenge hier richtet und ich die Stichworte bereits vor September zusammengesucht habe. So kommt es, dass der Oktober Vollmomd bereits am 10. Oktober war und der nächste steht uns erst im November wieder im Haus.

Trotzdem möchte ich euch einen schönen Chant zeigen, den ich unheimlich gerne zum Vollmond höre bzw. den ich leise im Hintergrund laufen habe, wenn ich zum Vollmond in irgendeiner Weise energetisch arbeite.

Zur energetischen Arbeit mit dem Mond allgemein, werde ich in zukünftigen Beiträgen mehr schreiben bzw. genauer drauf eingehen. Heute ist für mich eher das Samhainfest wichtig, welches ich ja schon zu Beginn der diesjährigen Challenge angesprochen habe. Und wie gesagt dieses Jahr wird es wohl eher ein ruhiges Fest für mich werden, quasi als Konterpart zum momentanen Chaos, welches hierzulande immer mehr zuzunehmen scheint. Genau darum habe ich übrigens keinen festen Samhain Ablauf, sondern überlege mir immer erst ein paar Monate zuvor, was ich denn genau mache. Doch eines ist immer gleich: Die Energien, mit denen ich um Samhain rum arbeite sind, wenn ich richtig arbeite meist genau so stark wie die, die zum Vollmond hin umherziehen…
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Ich bin gespant darauf, was ihr mit diesem Stichwort so anfangt und vor allem, was ihr heute so macht. Schreibt es mir doch in die Kommentare! Wer einen eigenen Blogeintrag dazu verfassen will, der kann diesen auch gerne mit Hilfe des blauen Frosches hier verlinken oder ladet ein Foto auf Instagram hoch mit dem Hastag  #ichishalloween16

Huldige der Sonne, Begrüße das Leben! Mit Lughnasadh!

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, der wird es sicher schon ahnen, dies ist mal wieder ein Blogeintrag zu einem Festtag im Wicca Kalender! Dieses Fest ist vor allem unter den Namen Lammas oder eben Lughnasadh bekannt, wird aber auch Schnitterfest genannt (vor allem im Deutschsprachigen Raum).

Man feiert dieses Fest üblicher Weise um den 1. August rum, weshalb man nun behaupten könnte, dass ich dieses Mal ein wenig spät dran bin mit meinem Eintrag dazu. Dennoch bin ich nicht vollkommen zu spät, denn es gibt einige wenige, die Lughnasadh zum ersten Vollmond nach Augustbeginn feiern und dieser ist am 18.8.16 um genau 11:26 Uhr.

Gut, aber seien wir mal ehrlich – ich habe diesen Feiertag dieses Jahr vollkommen vergessen, dabei gehört diese Fest zu den vier bekanntesten im Wicca Kalender. Und ja, ich könnte dieses Fest auch noch „nachfeiern“, jedoch gehöre ich nicht zu den wenigen, die dieses Fest zum Vollmond feiern.

Warum ich dieses Fest möglicht nicht zum Vollmond feiere, hat einen ganz bestimmten Grund: Es handelt sich nämlich nicht nur um ein Kornfest – also ein Erntefest (wie das Bild schon vermuten lässt), sondern soll auch dem Gott Lugh gewidmet sein und dieser ist ein Sonnengott. Man kann jetzt natürlich sagen, dass Sonne und Mond sich unheimlich gut ergänzen, aber da ich eine sehr Mond bezogene Person bin, würde hier der Sonnengott einfach etwas zu kurz kommen, denke ich.

Allgemein ist Lughnasadh eines der auslegungsreichsten Feste im Jahreskreis der Wicca, finde ich, denn auch wenn die Ehrung des Sonnengottes sehr verbreitet ist, so gibt es auch manche die allein die erste Kornernte in den Vordergrund dieses Festes stellen. Jedoch hat jede Auslegung etwas gemeinsam – nämlich das Backen.

Ja, richtig gehört, denn zu Lughnasadh wird aus der ersten Kornernte das Brot gebacken, diese Tradition hat sich wie gesagt überall durch gesetzt, selbst in der Kirche ist dieser Brauch an gekommen. Man kann jetzt natürlich nicht an die Supermarktkasse nach frisch eingeholtem Korn verlangen, jedoch kann man trotzdem mit Freunden zusammen leckeres Brot backen oder einen Sauerteig vorbereiten, den man dann als Stockbrot über einem Feuer rösten kann. – Hier zählt vor allem der Wille Lughnasadh zu feiern.

Vielleicht merkt man, dass dieses Fest nicht gerade zu meinen Favoriten gehört bzw. zu meinen Stärken, denn mehr als das gemeinsame Brot backen fällt mir hierzu gerade nicht ein. Das Einzige was ich aktuell noch parat habe, ist ein Song meiner Lieblingsband Omnia, in dem es um genau dieses Fest geht (und welches mich zum Titel dieses Beitrages inspirierte):

Das nächste Fest im Jahresrad ist übrigens Mabon, welches in ca. 48 Tagen statt findet. Da ich dieses Fest letztes Jahr bereits vorgestellt habe, bin ich noch nicht ganz sicher ob ich auch dieses Jahr etwas dazu schreibe. Was würde euch denn freuen? Schreibt es mir doch mal in die Kommentare ^^

Ein kleiner Geschichtskurs zum Tarot [Teil 1]

Vor einigen Wochen stellte ich euch das Buch Phantasmagoria vor, welches zum Tarot of Vampyres gehört. Schon da habe ich bereits angedeutet, dass ich bis heute so meine Schwierigkeiten hatte mich mit dem Tarot an zu freunden und das obwohl der Gebrauch dieser Karten in meiner Familie schon seit einigen Generationen einfach dazu gehört. Und das ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, schaut man sich die Geschichte des Tarots an, welches im Laufe der Zeit immer mal wieder verboten wurde.

Im Laufe der Jahre hat sich die Ansicht entwickelt, dass das Tarot seine Wurzeln im Alten Ägypten und/oder bei den „Zigeunern“ hat – deren Ursprung im 19. Jahrhundert noch in Ägypten vermutet wurde –, die das Tarot als Teil ihrer Weisheit und Wahrsageverfahren vor dem Vergessen bewahrt hätten. Doch die Geschichte des vermeintlich uralten Tarots reicht in englisch- und spanischsprachigen Ländern nicht weiter zurück als bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. In Frankreich kannte man das Tarot nicht vor dem 16. Jahrhundert und der Ursprung der Karten soll mit ziemlicher Sicherheit in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts an den Fürstenhöfen Ferraras, Mailand oder Bolognas zu finden sein.

Es heißt aber auch zugleich, dass um 1450 die Grundmotive schon standardisiert waren und somit bestand ein Deck bereits da aus 78 Karten. Die in 22 Trumpfkarten und die Kelche, Münzen, Schwerter und Stäbe, die jeweils die Karten 1 -10, Knappe, Dame, König, Ritter und As umfassten, eingeteilt waren. Allerdings ist dies kein Stichhaltiger Beweis, da das Tarot laut Geschichtsforschern vorher unter anderem Namen bekannt hätte gewesen sein können. Eines ist jedoch sicher, alle Tarotspiele, die seit dem Aufkommen des Wortes „Tarot“ entworfen wurden, variieren mit der gerade genannten Basis.bat_bar

Wofür das Tarot heute verwendet wird, weis jeder – um die Zukunft voraus zu sagen. Doch das Tarot war in seiner ursprünglichen Fassung nichts anderes als ein um 22 Trumpfkarten erweitertes, gewöhnliches Kartenspiel, das in seiner erweiterten Form neue Spielmöglichkeiten bot. Die Motive der Trumpfkarten lassen sich weitgehend auf gängige Malereisymbole der Zeit zurückführen. Ihre Symbolsprache wirkt auf den Betrachter auch ohne kunstgeschichtliches Hintergrundwissen vertraut und zugleich rätselhaft. Es ist dennoch bis heute kein Beleg darüber gefunden worden, dass das Tarot zu mehr als nur einem geselligen Kartenspiel dienen sollte.

Die magische Deutung geht auf einen Geistesblitz des evangelischen Pfarrers, Privatgelehrtem und mystisch angehauchten Freimaurers Antoine Curt de Gébelin (er lebte 1719 – 1784; siehe Bild) in Frankreich zurück. In den 1770 Jahren sah er während eines Besuches der Witwe eines Philosophen, wie die anwesende Gesellschaft mit Tarotkaten spielte. Zu diesem Zeitpunkt hat sich Gébelin bereits mit gigantischen Evolutionsforschungen. Er war der Meinung durch die Erforschung von Mythen und sprachlichen Untersuchungen ein Jahrtausende zurückliegendes goldenes Zeitalter rekonstruieren zu können, in dem eine weltweite Hochkultur mit gleicher Sprache, einheitlichen Sitten und einer gemeinsamen Religion bestand hatte. Alle Zivilisationen von denen wir Kunde haben, seien nur Erben dieser hochentwickelten Urkultur gewesen. Erfüllt von seinen Studien über die alte Welt glaubte Gébelin, das Tarotspiel trage die Symbole einer untergegangenen Kultur.

Weil es als Kartenspiel missverstanden worden sei, habe mit dem Tarot ein Buch der alten Ägypter die Jahrhunderte überlebt – ein Buch mit Bilderschrift die die Lehrern der Priester dieser Zeit bewahrt hat. Auch ein gewisser Graf von Mellet (1727 – 1804) war der Auffassung, dass das Tarotspiel im Laufe der Zeit von Unwissenden verunstaltet worden sei und so versuchten er und Gébelin diesen Fehler zu korrigieren. Dazu ersetzen sie christliche Symbole und Allegorien durch solche im ägyptischen Stil. Somit schufen die beiden die Legende das Tarot sei in dem uralten Wissen einer verschollenen Hochkultur entstanden.bat_bar

Doch die Benutzung der Karten für magische Zwecke etablierte sich erst einige Zeit später, als Jean-Baptiste Alliette (1738 – 1791) ein Buch heraus brachte, in dem er erläuterte wie man mit Hilfe eines gewöhnlichen Kartenspiels die Zukunft vorhersagen konnte. Er stellte dieses Verfahren mit einer Reihe anderer Techniken, wie z.B. dem Kaffesatzlesen, vor.

Zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Theorien von Gébelin und Mellet legte Alliette dann um 1785 eine eigene Version des Tarot vor. Dafür nahm er das von Gébelin und Mellet erwähnte ägyptische Buch Thot zu Hilfe und erklärte wie man mit diesem angeblich vor 3953 entstandene Buch und den Karten die Zukunft voraussagen konnte.

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So weit, so gut, denn das war jetzt der erste Teil zur Geschichte des Tarot. Ich hoffe euch gefällt dieser kleine Exkurs und außerdem würde mich interessieren, wie ihr so zu dem Thema Tarot steht. Schreibt mir das doch mal in die Kommentare ^^

Phantasmagoria (Ian Daniels)

Heute gibt es seit längerem mal wieder eine Buch Rezession zu lesen und zwar zum Buch Phantasmagoria von Ian Daniels. Das Buch umfasst 301 Seiten und ist kein Roman, sonder ein Buch rund ums Thema Tarot.

Genauer gesagt ist dieses Das Buch zum Tarot of Vampyres, in welches ich mich gleich verliebt hatte, als ich es gesehen habe. In diesem Buch, bzw. im ersten Teil des Buches, werden einem die Tarotkarten nähre gebracht und auch die Besonderheit dieses Decks wird einem ausführlich erklärt. Z.B. sind die Karten, die normalerweise zu den Münzen gehören hier Totenköpfe, weil das einfach besser ins Konzept passt – die Deutung der Karten bleibt aber dennoch die gleiche.

Außerdem wird einem erklärt, wie man ein persönliches Portrait mithilfe der Karten erstellt, in welchem Zusammenhang die Karten zur Kabbala/ Yggdrasil/dem Baum des Lebens stehen und wie wichtig es ist sich mit den einzelnen Karten  identifizieren zu können. Legesysteme, die namentlich ebenfalls an das Vampir Thema angepasst worden sind, sowie Übungen um ein Gespür für die Karten zu bekommen findet man hier ebenfalls.

Im zweiten Teil geht es allein um die 78 Karten. Sprich was sagen sie aus (sowohl im positiven als auch im negativen Sinne), welchen symbolischen Stellenwert sie jeweils haben und wie man dieses am besten analysieren kann.

Alles in allem haben wir hier also ein gutes Gesamtwerk vorliegen, einziger Minuspunkt ist allerdings, dass das gute Stück nur in englischer Ausführung zu erhalten ist, womit ich überhaupt keine Probleme habe. Wer allerdings so seine Schwierigkeiten mit dem Englischen hat, sich aber dennoch fürs Tarot interessiert, der sollte sich überlegen, ob er sich nicht doch lieber ein klassisches Raider Waithe Tarot mit passender Lektüre zulegt.

Ich für meinen Teil, habe in diesem Buch und dem dazugehörigen Deck endlich etwas gefunden, was mich sehr stark anspricht – und das obwohl ich immer schon leichte Schwierigkeiten mit dem Thema Tarot hatte.

Und da sich einige von euch bzw. von meinen Facebookfans ein „5 Sterne Bewertungssystem“ gewünscht haben, bekommt dieses Buch von mir 5 von 5 möglichen Fledermäusen:

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Wer ist der Teufel?

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ich der Frage „Woher kommen die Engel wirklich?„,nachgegangen bin? Nun wie der Titel verrät, gibt es heute eine Art Fortsetzung, in dem ich mich dem Gegenspieler aller Engel widme: dem Teufel.

satan-girl-hd-in-high-130872Für viele gilt: Gläubig oder nicht, der Teufel beunruhigt uns, stört uns oder macht uns Angst. Aber wissen wir warum das so ist?

Der Teufel ist nicht derjenige, den wir zu glauben meinen – zumindest wenn man von dem ausgeht, wie in der Regel von ihm gesprochen wird. Und wie das Bild vermuten lässt, muss der Teufel auch nicht immer männlich sein muss… aber fangen wir am Anfang an. Wie oft verraten nämlich die Ursprünge eines Wortes den genauen Sinn. Und genau so verhält es sich auch mit dem Teufel.  Der Ursprung verrät uns außerdem, dass unsere heutigen Interpretation und Ideen des Teufels eigentlich falsch sind.

Das Wort „Teufel“ stammt vom griechischen diabolos ab, was in etwa „derjenige, der hierhin und dorthin wirft, entzweit, teilt und verwirrt“, bedeutet. Es wurde von den griechischen Bibelübersetzern für das hebräische Wort für Ankläger (satân). In der hebräischen Tradition war die Rolle des Anklägers gegen die Rechtschaffenen vor dem jüngsten Gericht eine der Funktionen des Bösen. In den Augen der Griechen war der diabolos ein Ankläger, ein Verleumder und eine insgesamt weniger angenehme Gestalt.

Erst vom 9. Jahrhundert an wurde aus dem lateinischen diabolus das altfranzösische diaule bzw. deable, oder Dämon. Im 13. Jahrhundert verstand man unter dealtique („Teufelei“) das Anfertigen von Zaubertränken und Heilmitteln als Fachgebiet der Magie. Spätestens damit änderte sich der Wortsinn vom Ankläger der Antike – mit der Funktion des heutigen Staatsanwalts – zum mittelalterlichen – und heutigen Dämon. Und dieser ist in unserem Gedächtnis allgegenwärtig, auf ihn beziehen wir uns, ohne groß zu wissen, was das Wort wirklich heißt, denn es steht heutzutage nur noch für das leibhaftige Böse.

Der Dämon ist also sehr eng mit dem Teufel verbunden, jedoch hat auch das Wort Dämon im ursprünglichen Sinne eine andere Bedeutung. Ja, das Wort an sich hatte damals nichts Böses, nichts Negatives, nichts Unheilbringendes!

Erst Anfang des 14. Jahrhunderts erhielt Dämon die Bedeutung des teuflischen Geistes, des Bösen oder gefallenen Engels oder eben des Teufels. Bis dahin besaß der griechische daimôn die göttliche, gutartige Fähigkeit, zu teilen und verteilen. Daher kommt auch die oben erwähnte Bedeutung „hierhin und dorthin werfen“. Der daimôn war der Genius oder Schutzgeist eines jeden Menschen oder natürlichen Elements. Mit anderen Worten besaß er die gleichen Eigenschaften und Funktionen wie die berühmten Geister der Natur, die im 6. Jahrhundert den syrischen Mönch Dionysius Areopagita dazu inspirierten, seine himmlische Hierarchie zu entwickeln.

Das Verteilen bzw. das „Hierhin- und Dorthinwerfen“ bezieht sich also auf ein von daimôn offenbarten Grundprinzip: das Prinzip des Schicksals, ob nun günstig oder ungünstig. Der daimôn teilte jedem sein Schicksal zu, er war aber gleichzeitig ein Schutzgeist, der gute Geist, der Engel, den wir heute wohl eher als das gute Gewissen bezeichnen würden. Wer mit seinem Dämon verbunden blieb, verstand und befolgte die Stimme seines Gewissens. Er war folglich ein gerechter, guter Mann, dessen Eingebungen und Intuitionen vom Dämon stammten, aber auch von seinem eigenen Geschick und von seinen ererbten Eigenschaften.

Wie kam so ein gutartiger Einfluss auf den Menschen zu einer derart negativen, finsteren, üblen Bedeutung, dass man beim Wort Dämon oder Teufel nur noch ans Schlechte denkt? Paradoxerweise geht diese Entwicklung auf das griechische Wort indieuropäischen Ursprungs daiesthiai zurück. Es bedeutet teilen, verteilen, beraten und ist vom Wortstamm her mit dem griechischen Wort demos, das Volk oder die Bevölkerung, verbunden. Von diesem wurden wiederum Demokratie und Demiurg (Weltschöpfer) abgeleitet. Man brachte also den der das Volk führt oder für das arbeitet und dem Schutzgeist der Menschen in Verbindung.

Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass diejenigen deren Schicksal das Volk zu führen bzw. für es zu arbeiten, es nicht im Sinne des Volkes taten (und es heute noch tun *hust*). Von daher war dauerte es nicht lang, bis der daimôn, der über das Schicksal der Menschen bestimmte und eine schützende Rolle spielte, in den Augen der Menschen, seine ursprünglich gute Art auch einmal verraten und einen bösen Einfluss ausüben konnte.

So wurde aus dem gutartigen Dämon nach und nach ein böses, zerstörerisches Wesen. Die Tragödien, Verfolgungen, Kriege und Gewalt, die vornehmlich von Menschen mit einer starken und ehrgeizigen Perönlichkeit ausgingen, die von ihrer Macht unmäßigen Gebrauch machten oder die teilten um zu regieren, sind im Gedächtnis der Völker unvergessen – und das ist damals wie heute noch so. 

Heute leben wir nicht mehr im Mittelalter mit den damaligen Vorstellungen von der Geisterstunde, dem Hexensabbat, von Schwarzen Messen und Teufelskulten. Dennoch ist die Vorstellung vieler, die sie sich über solche „finsteren Praktiken“ machen, einfach überzogen.

Am häufigsten wird das Brauchtum der Wicca und andere „heidnische Riten“, die auf Glaubensideen zurückgehen, die lange vor dem Christentum existierten. Der böse Charakter, den man solchen Vorstellungen, Kulten und Riten zuschreibt, stellt eine totale Verzerrung ihrer ursprünglichen Bedeutung dar. Wer bei dieser Verzerrung die treibende Kraft war bzw. wie diese im einzelnen umgesetzt wurde, erläutere ich hier nicht weiter – es würde ganz einfach den Rahmen sprengen (außerdem wissen fleißige Leser unter euch, dass ich nicht um sonst eine starke Abneigung dem Christentum gegenüber habe).

Wenn man bedenkt, dass es zwar heißt, wir seien aus der Zeit heraus, in der alles, was die etablierte Ordnung sprengen könnte, dem Bösen, den Dämonen und dem Teufel zugeschrieben wurde und man dann wiederum mit offenen Augen durch die Welt geht, dann ist das Teufelsthema gegenwärtiger und missverstandener den je!

Darum wählte ich eingangs auch das Bild eines weiblichen Teufels…

Tanze ums Feuer zu Beltane!

Es steht ein Fest bevor, das die meisten von euch als Tanz in den Mai in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai kennen. Aber wie man em Titel entnehmen kann, hat dieses Fest noch andere Namen. Doch bevor wir da näher drauf eingehen, möchte ich euch vorab sagen, dass ich letzes Jahr etwas „versteckt“ im Rahmen des Blogbattles über das nun angesprochene Fest schrieb. Dennoch wurde ich darum gebeten auch diesem Fest, wie Imbolc und Mabon, einen eigenen Blogeintrag zu widmen. Wer also schon letztes Jahr fleißig hier gelesen hat, dem wird einiges in diesem Eintrag wohl bekannt vor kommen…bat_bar

So und nun zum Tanz in den Mai! Dieser ist im Volksmund auch als Walpurgisnacht bekannt. In Märchen und Geschichten wird die Walpurgisnacht als die Nacht beschrieben, in der sich die Hexen auf ihre Besen schwingen um ausgelassene Feste auf dem Blocksberg bzw. Brocken feiern, daher gibt es in der Gegend um den Brocken bis heute noch Postkarten wie diese:

Dass es sich in den Erzählungen um eine verteufelte Version alter Traditionen handelt, sieht man auf dieser Postkarte recht gut, denn eben dieser in Persona ist nicht zu übersehen! Mit wilden Teufelsorgien haben die alten Traditionen allerdings nichts zu tun, viel eher hat hier mal wieder die Kirche ihre Finger im Spiel gehabt. Aus heutiger Sicht hat die Kirche sich zwar selbst ins Fleisch geschnitten, aber ich muss dazu sagen, dass damals – so ums 17./18.Jahrhundert rum – der Ursprüngliche Name, Beltane noch viel geläufiger war als heute.Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, warum sich die Kirche ausgerechnet die heiliggesprochene Walpurga, eine Äbtissin des Klosters Heidenheim, hergenommen haben um Beltane zu adaptieren und warum dieses Fest ein zweites Mal umbenannt wurde.bat_bar

Schaut man sich den ursprünglichen Namen genauer an, so kann man allerdings auch schnell darauf schließen, dass in den Märchen um den Brocken auch ein Funken Wahrheit steckt. Denn  bel bedeutet hell oder leuchtend und tanē ist mit Nacht zu deuten. Also kann man davon Ausgehen, dass die Nacht zum 1. Mai schon über Jahrhunderte hinweg meist hell erleuchtet war – und das mit Hilfe von Feuern in jeglicher Größe! Einige Historiker sind davon überzeugt, dass die Kelten Englands damals dem Gott Belenus huldigten, belegbare Beweise gibt es für diese Theorie allerdings nicht.

Es gibt aber noch weitere Dinge, die mit den Märchen um die Walpurgisnacht übereinstimmen. So war Beltane schon früher ein wirklich ausgelassenes Fest. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Fest die Fülle und Freuden des Sommers einläutete. So manche Liebespaare sollen die Feierlichkeiten so mitgerissen haben, dass diese sich ein Stück abseits der Feuer und in freier Natur liebten, sprich miteinander schliefen. Dieser Liebesakt galt als Hochzeit zwischen Himmel und Erde. Und Kinder die in dieser Nacht gezeugt wurden, galten als besonderes Geschenk von Mutter Natur und hatten nicht selten eine sehr Starke Verbindung zu dieser.

Auch der gehörnte Gott, den die Kirche allzu gern als bösartigen Teufel darstellt, findet in den alten Traditionen dieses Festes Erwähnung. Denn Männer gingen nicht selten am Tag vor den Feierlichkeiten Hirsche jagen und schmückten sich dann zum Fest mit dem zuvor erjagten Hirschgeweih. Dies stellte ihre Männlichkeit und die Verbindung zur Natur da, denn man glaubte, dass die Natur nur den besten Männern erlaubte einen Hirschen zu erwischen.

All dies machte es der Kirche recht leicht das Fest zu adaptieren und es im eigenen Sinne „frommer“ zu gestalten. Was ich damit meine, weis sicher jeder, der schon mal auf einer Tanz in den Mai Feier war und vielleicht sogar ganz Traditionell den Maibaum „eingewickelt“ hat. Auch dies ist ein Brauch, der aus Alten Zeiten stammt, der aber nicht ganz so schlimm für die Kirche war, so dass diese Tradition einfach mit übernommen wurde.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich mit dem genauen Ursprung des Maibaumes nicht auskenne und selbst auch noch nie um einen getanzt bin. Das kommt wohl daher, dass es heutzutage im Norden nicht mehr ganz so geläufig ist wie z.B. in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich, einen Maibaum auf zu stellen. bat_barDoch das alte Feuerfest Beltane war und ist einfach nicht tot zu bekommen. Ja, es erlebt heutzutage wie alle alten Feste regelrecht ein Revival! Das ist vor allem nicht zu übersehen, wenn man mal nach Edinburgh, Schottlands Hauptstadt schaut. Dort hat sich nämlich die sogenannte Beltane Fire Society etabliert.

Dies ist eine Performancegruppe die bereits seit 1988 gegründet wurde und heute mit die größten und spektakulärsten Beltane Feste Europas veranstaltet. Und wenn man sich so einige Bilder anschaut, dann merkt man ganz schnell, dass hier wirklich die alten Traditionen des Festes gefeiert werden. Allerdings gehe ich stark davon aus, dass hierbei nicht unbedingt Kinder gezeugt werden, sondern dass die traditionelle Feier im Fokus steht.

Mehr Bilder gibt es hierbat_bar

So, das war es vorerst von mir zu dem Thema ^^

Warum es dieses Mal nicht wie sonst auch ein paar Tipps von mir gibt, was man zu Beltane alles machen kann , liegt daran, das ich nach wie vor mit meinem Umzug beschäftigt bin und ich wohl dieses Jahr nicht großartig dazu komme etwas zu machen. Wer dennoch einen Tipp haben möchte, der sollte sich das Buch Walpurgis: Frühlingsrituale & Feste zulegen, denn dieses Buch gibt so einiges her an Ritualen, die man allein, in der Gruppe oder z.T. auch mit Kindern durchführen kann. Daher ist es auch super für Neulinge auf dem Themengebiet geeignet, ebenso wie für alte Hasen, denn auch diese können sich dort einige Anregungen holen!

Wassilissa, die Wünderschöne – Ein Märchen über Baba Yaga

Ich denke diejenigen unter euch, die sich mit Göttinnen und Sagengestalten des Altertums auskennen oder sich damit zumindest ein wenig damit auseinander setzen, kennen die Gestalt der Baba Yaga. Auch in etlichen Spielen wie z.B. Tomb Raider oder Castlevania findet diese Gestalt Platz. Sie ist vor allem Bekannt dadurch, dass sie in einem Häuschen auf Hahnenfüßen in einem tiefen unheimlichen Wald wohnt und jeder der sich ihrem Häuschen nähert läuft Gefahr von ihr gefressen zu werden.

Doch auf der anderen Seite war sie für die Schamanen einiger mongolischen Volksstämme eine Göttin der Erde, des Tages und der Nacht, eine Urmutter und ein Schutzgeist. Da stellt sich die Frage, war sie nun Göttin oder eine Kinder fressende Kannibalin?

Und weil es sich mal wieder einige gewünscht haben, habe ich heute eine kleine Geschichte raus gesucht, wie die von Hänsel und Gretel aus dem letzten Jahr!trennlinie_schwarzEinst lebte im fernen Zarenland ein Kaufmann mit seiner Frau. Die beiden hatten eine Tochter, und weil sie so schön war, nannten sie alle Wassilissa, die Wunderschöne. Eines Tages wurde die Frau schwer krank und rief ihre Tochter zu sich. „Wassilissa, mein Liebling, hier schenke ich dir eine Puppe. Immer wenn du in Not bist, gib ihr zu essen, und sie wird dir helfen.“ Dann küsste sie das Mädchen und starb. Nach der Trauerzeit heiratete der Vater eine Witwe, die zwei Töchter in Wassilissas Alter hatte. Doch diese Frau war böse und neidisch auf ihre schöne Stieftochter. Sie gab ihr die schwersten und Schmutzigsten Arbeiten. Das Mädchen ertrug alles und wurde trotzdem von Tag zu Tag schöner. Denn die Puppe half ihr bei allen schweren Arbeiten. Eines Tages musste der Vater für längere Zeit geschäftlich verreisen. Die Stiefmutter zog mit den Töchtern in ein anderes Haus im Wald. In diesem finsteren Wald wohnte die Furcht erregende Baba Yaga.

Der Herbst zog ins Land und die Stiefmutter gab den Mädchen für die langen Abende zu arbeiten: Die eine häkelte Spitze, die andere strickte Stümpfe und Wassilissa spann. Eines Abends ging die Stiefmutter, nachdem sie sämtliche Lichter ausgelöscht hatte, zu Bett, und nur die Kerze der Mädchen brannte noch. Da löschte eine der Schwestern versehentlich die Flamme. „Was sollen wir jetzt tun ohne Feuer, denn wir müssen ja noch weiterabreiten? Man sollte zu Baba Yaga gehen, Feuer holen“, sprachen die Schwestern. Damit stießen sie ihre Stiefschwester aus der Stube. Wassilissa ging in ihr Zimmer, gab der Puppe zu essen und erzählte von ihrem Auftrag. „Hab keine Angst, solange ich bei dir bin, wird dir nichts passieren.“ Und mit ihren Augen leuchtete sie ihr den langen, finsteren Weg durch den Wald.

Auf einmal jagte ein Reiter auf einem weißen Pferd vorbei, mit weißem Gesicht und weißem Gewand. Da wurde es heller und heller. Daraufhin jagte ein Reiter auf einem roten Pferd vorüber, mit einem rotem Gesicht und in ein rotes Gewand gekleidet. Da ging die Sonne auf. Erst am nächsten Abend erreichte Wassilissa das Haus der Baba Yaga. Der Zaun drum herum bestand aus Menschenknochen, auf den Pfählen staken Totenschädel. Da jagte ein Reiter auf einem schwarzen Pferd vorbei, mit schwarzem Gesicht und schwarzem Gewand. Er ritt bis zum Tor der Baba Yaga und war plötzlich verschwunden. Es wurde Nacht. Mit einem Mal leuchteten die Schädel auf den Zäunen hell auf. Ein Höllenlärm brach aus, die Blätter rauschten, die Bäume krachten, und Baba Yaga jagte in einem Mörser mit Keule und Besen herbei. „Wer ist da? Es riecht nach Menschenfleisch!“

Wassilissa packte Angst und Entsetzen und sie stotterte: „Meine Stiefschwestern haben mich geschickt, um Feuer zu holen.“ – „Ich kenne deine Schwestern wohl“, fauchte die Hexe, „aber bevor ich dir Feuer gebe, sollst du für mich arbeiten. Bring mir Trinken und Essen!“ Baba Yaga aß für zehn Leute und ließ Wassilissa nur ein Schüsselchen Kohlsuppe übrig. Dann sagte sie: „Morgen werde ich davonreiten, und du putzt das Haus und Hof, kochst Essen, wäscht die Wäsche und liest die schlechten Körner aus dem Weizen. Und dass bis abends, wenn ich heim komme, alles fertig ist, sonst fresse ich dich auf.“ Dann legte sich die Alte schlafen und schnarchte. 

Wassilissa fütterte ihre Puppe und klagte unter Tränen ihr Leid. Die Puppe beruhigte das Mädchen: „Hab keine Angst! Der Morgen ist weiser als der Abend. Bete und schlafe ruhig.“ 

Als Wassilissa am nächsten Morgen erwachte, flog der weiße Reiter vorbei. Die Lichter in den Schädeln erloschen. Da schoss der rote Reiter vorbei und die Sonne ging auf. Die Baba Yaga pfiff Mörser, Keule und Besen herbei und sauste davon. Als ich Wassilissa an die Arbeit machen wollte, sah sie, dass alles von der Puppe schon getan war. Am Abend deckte Wassilissa den Tisch und wartete auf die Baba Yaga. Wieder flog der schwarze Reiter vorbei. Es wurde Nacht, die Lichter der Schädel gingen an, die Blätter rauschten und die Bäume krachten, und die Baba Yaga kam nach Hause. „Hast du alle Arbeit getan?“, fragte sie und ärgerte sich, weil sie sah, dass alles getan war. „Warum redest du nicht mit mir?“, knurrte die Baba Yaga. „Ich habe mich nicht getraut“, entgenete Wassilissa, „aber wenn du erlaubst, möchte ich dich gerne fragen, wer diese Reiter sind, die ich gesehen habe?“ – „Der weiße Reiter ist mein Tag, der rote meine Sonne und der schwarze meine Nacht. Alle drei sind meine Diener. Aber sage mir, wie hast du die viele Arbeit geschafft?“, wollte die Baba Yaga wissen. „Mir hilft der Segen meiner Mutter“, antwortete Wassilissa.

Da schrie die Baba Yaga: „Gesegnete Menschen sind mir ein Greuel! Mach, dass du fortkommst!“ Sie gab dem Mädchen noch einen leuchtenden Schädel mit und jagte sie fort. In der Zwischenzeit hatten sich die Schwestern Licht vom Nachbarn besorgt, doch das war immer wieder ausgegangen. So waren sie froh, dass Wassilissa den leuchtenden Schädel brachte. Doch die Augen des Schädels starrten auf die Stiefmutter und die Schwestern, wohin sie auch gingen. Und das Licht war so stark, dass die drei zu glühen begannen und schließlich zu Asche verbrannten.

Nur Wassilissa blieb verschont. Sie ging in die Stadt und fand Bleibe bei einer alten Frau. Wassilissa spann dafür Flachs, und sie konnte Fäden spinnen so fein wie Haar. „Solch ein feiner Stoff kann nur der Zar tragen“, sagte die alte Frau und machte sich auf den Weg. Der Zar war voller Bewunderung über den feinen Stoff. „Was willst du dafür haben?“, fragte er. „Dieses Linnen ist unbezahlbar, ich schenke es euch. Nicht ich, sondern Wassilissa hat es angefertigt.“ Der Zar wollte nun unbedingt das Mädchen sehen, von dessen Händen dieser wunderbare Stoff gefertigt war. Als Wassilissa vor dem Zaren stand, war er überwältigt von ihr und sagte: „Wassilissa, du bist wunderschön! Bleib von nun an bei mir und werde meine Frau!“ Und als der Vater Wassilissas zurückkehrte, wurde eine rauschende Hochzeit gefeiert.

Quelle: Witch Magazin Nr. 2/2003trennlinie_schwarzWie ihr an  der Quelle seht, stammt diese Geschichte nicht von mir, sondern aus einem Magazin, das ich damals gesammelt habe. Im Jahr 2003 war ich gerade mal 12 Jahre alt und schon damals fand ich den lila hervorgehobenen Absatz am besten in der Geschichte. Außerdem fand ich schon damals die Baba Yaga sehr interessant!

Wie ist es mit euch? Schreibt es mir doch mal in die Kommentare!

Das Fest der Flammen: Imbolc

Auch wenn es in letzter Zeit sehr viel zum Thema Japan zu lesen gab, so vergesse ich doch meine Wurzeln nicht. Und darum stelle ich euch heute mal wieder eine Festivität aus dem Jahreskalender der Wicca vor.

Die Rede ist von Imbolc, welches uns bereits nächste Woche, am 1. und/oder 2. Februar, erwartet. Wie bei vielen anderen Festivitäten kann man auch hier kein genaues Datum mehr fest machen. Dafür gab es im Laufe der Jahre einfach zu viele im Februar – und das noch über die Ganze Welt vereitelt.

Den Christen unter euch dürfte dieses Fest übrigens unter dem Namen Lichtmess etwas sagen, da es sich hier ebenfalls um eines der vielen Feste handelt, die die Kirche adaptieren musste um in der damaligen Welt Fuß zu fassen. Aber das wollen wir hier nicht weiter Thematisieren.

Früher nannte man den Februar den Wolfs- und Todesmonat. Schnee bedeckte die schlafende Erde, die Nächte waren lang und die Nahrungsmittel wurden knapp oder begannen zu schimmeln. Und doch feierte man bereits in solchen Zeiten das Fest Imbolc. Ursprünglich soll das ein rein keltisches Fest zu ehren der heiligen Göttin Brigit, eine der wichtigsten Göttinnen im keltischen Glauben. Außerdem ist auch das Wort an sich keltisch.

Imbolc bedeutet nämlich in etwa  „die Lämmer zum Säugen anlegen“, was ein verständlicher Name für das Fest war, denn zu dieser Zeit werden die Lämmer geboren. Somit ist das Fest im Grunde genommen dazu dar um dem Winter den Garaus zu machen und sich am zunehmenden Licht zu freuen.

Kein Wunder also, das es sich hierbei mal wieder um ein Fest des Feuers handelt, denn auch Brigit ist eine Feuer- und vermutlich auch eine Sonnengöttin. So heißt es das ein Druide ihr prophezeite, dass sie eine strahlende Tochter sein werde, die scheinen wird wie die Sonne zwischen den Sternen am Himmel. So wurde und wird sie besonders mit dem Zunehmenden Licht des Spätwinters und des anbrechenden Frühlings in Verbindung gebracht. Mit den Flammen ihres Bewusstseins leitet sie uns durch die Dunkelheit, haucht neues Leben ins Land und führt uns in den Frühling. Gut, der Frühlingsanfang ist kalendarisch gesehen erst im März, aber Anfang Februar befinden wir uns in der Winterhalbzeit (das muss man sich mal ins Gedächtnis rufen, denn wenn ich mir das momentane Wetter anschaue ist heute schon Frühling).

Natürlich gibt es auch einige Brauchtümer, die man zu Imbolc durchführen kann. In den meisten Fällen werden kleine Feuer zu Ehren der Göttin Brigit entzündet. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann stattdessen einige Kerzen entzünden, am besten sollten diese Weiß sein, denn diese Farbe ist die Farbe der Göttin und die Farbe des Lichts. Außerdem lädt dieses Fest auch zum Tanzen und Spaß haben ein. Bei den Kelten wurde damals auch das Orakel befragt, um näheres über die Zukunft zu erfahren.

Generell eignet sich dieses Fest für Reinigungsrituale in jeglicher Form, egal ob Körper, Geist oder Heim. Daher kommt übrigens auch der Brauch des „Frühjahrsputzes“, von dem jeder schon mal etwas gehört haben sollte.

An dieser Stelle möchte ich euch ein Buch ans Herz legen, bei dem ich zugegebener Maßen den Titel dieses Blogeintrags geklaut habe. Die Rede ist von Lichtmess: Das Fest der Flammen. Die Autorinnen Amber K. und Azrael K. haben hier in meinen Augen ein gutes Sammel- und Nachschlagewerk zusammen gestellt rund um das Thema dieses Festes.

Im ersten Kapitel erfährt man wie das Fest im Laufe der Jahre gefeiert, und vor allem wo es überall gefeiert wurde. Im zweiten Kapitel erfährt man mehr über die Göttin Brigit, die nicht nur in Gestalt einer Göttin bekannt ist (sondern u.a. auch als Heilige und Elfentochter). Und ab Kapitel 3 bekommt man einen Einblick in die Gebräuche, Rituale und vor allem auch Tipps für die eigenen Festlichkeiten. Ja, es gibt sogar Rezepte für passende Speisen.

Alles in allem ist das also ein rundum gelungenes Buch, in dem für alle etwas dabei ist, egal ob „Neueinsteiger“ oder alter Hase.

bat_bar

Ich selbst blättere gerade in den letzten 3 Kapiteln herum und überlege mir, was ich dieses Jahr so machen werde, wer darüber mehr wissen will, der kann es mir gerne in die Kommentare schreiben, dann mache ich vielleicht explizit dazu noch einen extra Blogeintrag.

Ansonsten bleibt es immer noch jedem selbst überlassen, wie er es für sich selbst oder mit Freunden feiert, da möchte ich nun wirklich niemandem etwas vorschreiben!

In diesem Sinne blessed Imbolc!